Bella Wildherz: Mit Kindern heimische Tiere entdecken – kleine Naturmomente ohne große Vorbereitung

ein Gastbeitrag von Benjamin Kessel

Manchmal wünschen wir uns als Eltern eine ganz besondere Naturzeit mit unseren Kindern. Nicht nur einen Spaziergang, bei dem alle nach zehn Minuten fragen, wann wir wieder zu Hause sind. Sondern echte gemeinsame Zeit. Mit Staunen, Fragen, kleinen Entdeckungen und dem Gefühl: Das war jetzt wertvoll.

Man hat nicht immer Zeit, vorher Tierbücher zu wälzen, Wanderideen zu recherchieren oder passende Materialien zusammenzusuchen. Oft wäre es schön, wenn es einen einfachen Einstieg gäbe. Einen kleinen Impuls, der Kinder neugierig macht und Eltern nicht noch mehr Vorbereitung abverlangt. Genau hier setzt Bella Wildherz an: ein Podcast und vieles mehr als liebevoller Einstieg in gemeinsame Naturzeit.


Bella Wildherz ist für Familien gedacht, die mit ihren Kindern draußen Natur erleben möchten, ohne daraus ein großes Projekt machen zu müssen: Eine Folge hören, vielleicht ein Tierlied mitsummen, kurz in ein Materialblatt schauen und dann gemeinsam rausgehen.

Nicht mit dem Anspruch, alles richtig zu machen. Nicht mit einer fertigen Unterrichtseinheit im Kopf. Sondern mit offenen Augen: Was raschelt da? Wer hat diese Spur hinterlassen? Warum ist dieses Loch in der Mauer vielleicht ein Zuhause? Welches Tier könnte hier wohnen? Und was entdecken wir, wenn wir langsamer werden?

In den Bella-Geschichten begegnet Bella heimischen Tieren, die Kinder danach draußen wiedererkennen können. Manche sind vertraut, andere werden leicht übersehen: eine Mauerbiene, eine Gartenkreuzspinne, eine Gelbhalsmaus, ein Kammmolch, eine Elster. Durch die Geschichten bekommen diese Tiere eine Bedeutung. Sie sind nicht mehr einfach nur „irgendein Insekt“, „eine Spinne“ oder „ein Vogel“. Sie werden zu kleinen Bekannten aus der eigenen Umgebung.

Und genau das kann Naturzeit mit Bella Wildherz verändern: Der gemeinsame Spaziergang wird nicht automatisch länger, aber vielleicht werden wir alle aufmerksamer. Das Kind läuft nicht unbedingt schneller, aber vielleicht bleibt es plötzlich stehen. Ein Erwachsener muss nicht alles wissen, aber er kann mitfragen. Und manchmal reicht das schon, damit aus einem normalen Draußensein ein besonderer gemeinsamer Moment wird.


Warum ich Bella Wildherz mache

Ich heiße Benjamin Kessel und Bella Wildherz ist mein persönliches Herzensprojekt. Ich war etwa zehn Jahre lang Montessori-Lehrer und habe in dieser Zeit immer wieder erlebt, wie stark Kinder lernen, wenn sie etwas wirklich berührt. Wenn sie etwas sehen, anfassen, hören, beobachten, ausprobieren und mit eigenen Fragen verbinden dürfen.

Gerade in der Natur entstehen solche Momente oft ganz von selbst: Ein Kind entdeckt eine Spur und will wissen, wer dort gelaufen ist. Ein Käfer krabbelt über den Weg und plötzlich bleiben alle stehen. Ein Vogel ruft aus dem Baum und aus einem einfachen Spaziergang wird eine kleine Suche. Eine Schnecke zieht über einen Stein und auf einmal geht es um Geduld, Schutz, Feuchtigkeit und Lebensräume. Solche Augenblicke sind klein, aber sie können sehr wertvoll sein.

Heute arbeite ich als Dyskalkulietherapeut in meiner Praxis ViaVita in Tutzing. Bella Wildherz ist für mich eine Möglichkeit, Naturbildung noch einmal ganz anders zu denken: freier, erzählerischer, musikalischer und für alle zugänglich, die Freude daran haben. Ich wollte kein Angebot schaffen, das Eltern zusätzlich unter Druck setzt, keine perfekte Vorbereitung, kein großes pädagogisches Programm, kein Materialberg, den man erst durcharbeiten muss. Mein Wunsch war eher: Naturbildung soll einfach anfangen dürfen. Mit einer Geschichte, mit einem Tier, mit einem Lied, mit einem kurzen Impuls, der Lust macht, draußen selbst weiterzuschauen.

Dabei geht es mir nicht nur um Tierwissen. Natürlich sollen Kinder erfahren, wie eine Mauerbiene lebt, warum ein Igel Schutz braucht oder was an einem Kammmolch so besonders ist. Aber noch wichtiger ist mir der Blick dahinter: Wer Tiere kennt, sieht sie anders. Wer Lebensräume versteht, geht achtsamer mit ihnen um. Wer draußen etwas entdeckt, möchte es eher bewahren.

Für mich gehören Naturbildung und Naturschutz deshalb eng zusammen. Nicht belehrend, nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern über Beziehung, über Staunen und über Wiedererkennen. Wenn ein Kind nach einer Bella-Folge draußen sagt: „Schau mal, da könnte eine Mauerbiene wohnen“, dann ist das für mich schon Naturbildung und vielleicht auch ein kleiner Anfang von Naturschutz.


Natur entdecken ohne viel Vorbereitung

Ich glaube, viele Familien wünschen sich genau das: wertvolle Zeit draußen, aber ohne die Hürde, vorher alles planen, nachlesen und vorbereiten zu müssen. Bella Wildherz soll dafür ein kleiner Türöffner sein: Man kann eine Folge vor einer Wanderung hören, im Auto, am Frühstückstisch, auf dem Sofa oder als ruhigen Einstieg am Wochenende. Danach gehen Kinder oft mit einer anderen Aufmerksamkeit nach draußen. Sie suchen nicht mehr nur „Natur“, sondern achten auf konkrete Spuren, Geräusche, Tiere und Lebensräume.

Nach einem Ausflug kann eine Folge helfen, Erlebtes wieder aufzugreifen. Wenn ein Kind draußen eine Spinne, eine Schnecke, eine Biene oder einen Vogel gesehen hat, bekommt dieses Tier durch die Geschichte noch einmal mehr Tiefe. Aus einem kurzen Blick kann eine Erinnerung werden.

Auch die Materialien sind bewusst einfach gehalten. Sie müssen nicht vollständig bearbeitet werden. Niemand muss daraus Unterricht machen. Man kann einen Tiersteckbrief anschauen, eine Naturmission mitnehmen oder eine Notizbuchseite nutzen, wenn ein Kind etwas festhalten möchte.

Die wichtigste Idee dahinter ist: Kinder sollen nicht die Tiere sammeln. Sie sollen ihre Entdeckungen sammeln.
Also nicht: „Ich habe das Tier gefangen.“
Sondern: „Ich habe etwas bemerkt.“
„Ich habe eine Spur gefunden.“
„Ich habe einem Tier Raum gelassen.“
„Ich habe jemandem davon erzählt.“

Gerade für Familienwanderungen passt das gut. Nicht jedes Kind läuft begeistert los, nur weil Erwachsene eine schöne Route ausgesucht haben. Aber wenn unterwegs kleine Suchaufträge, Tiergeschichten oder Lieder mitgehen, kann aus dem Weg selbst ein Abenteuer werden: Ein Loch in der Mauer ist plötzlich nicht mehr nur ein Loch, ein Spinnennetz ist nicht mehr nur „igitt“, ein Rascheln im Laub ist nicht mehr einfach ein Geräusch: Es könnte jemand sein.

Und wenn Kinder einem Tier draußen begegnen, entsteht vielleicht dieser besondere Moment des Wiedererkennens: „Das kenne ich doch. Das war doch bei Bella Wildherz.“ Zu jeder Tiergeschichte gehört auch ein eigenes Lied. Denn manchmal bleibt ein Tier nicht nur durch Fakten im Kopf, sondern durch eine Melodie, einen Refrain oder einen Satz, den man beim nächsten Spaziergang wieder vor sich hinsummt.


Bella Wildherz auf einen Blick

Bella Wildherz ist ein kostenloser und werbefreier Kinder-Natur-Podcast für Familien, Kindergruppen, Kitas und Schulen. Der Podcast lädt Kinder dazu ein, heimische Tiere kennenzulernen, draußen genauer hinzuschauen und eigene Naturmomente zu sammeln.

Zu jeder Tiergeschichte gibt es:

• eine liebevoll erzählte Podcastfolge
• echte Tierfakten in kindgerechter Form
• ein eigenes Tierlied
• kostenlose Materialien zum Herunterladen
• Tiersteckbriefe, Forscherblätter, Naturmissionen und Notizbuchseiten
• Impulse für gemeinsames Beobachten, Staunen und Rausgehen


Die Grundidee: Podcast hören, neugierig werden, rausgehen und eigene Entdeckungen sammeln. Alle Folgen und Materialien gibt es unter www.bellawildherz.de.

Bilder im Beitrag: Benjamin Kessel

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