Wandern im Westerwald: Natur, Erdgeschichte und besondere Ausflugsziele (Werbung)

Basaltfelsen mitten im Wald, ein stillgelegter Steinbruch voller Fossilien, alte Bergwerke tief unter der Erde, kleine Pfade an der Nister und dazwischen Fachwerk, Kloster und überraschend viele familienfreundliche Ausflugsziele: Der Westerwald hat mich bei meinem diesjährigen Besuch vollends in meinen schönen Erinnerungen vom letzten Mal bestätigt.

Ende August war ich dort beim 13. Bloggerwandern Rheinland-Pfalz unterwegs. Unter dem Motto „Geo Vibes Westerwald – Wandern durch die Erdgeschichte“ haben wir drei Tage lang genau das gemacht: den Westerwald zu Fuß entdeckt und dabei immer wieder erlebt, wie stark die Landschaft bis heute von ihrer Geologie und vom Abbau ihrer Bodenschätze geprägt ist.

Für mich war es übrigens nicht der erste Besuch in der Region. Schon im vergangenen Jahr waren wir als Familie unter anderem in Bad Marienberg unterwegs. Davon habe ich euch in meinem Beitrag Familienabenteuer in Rheinland-Pfalz mit dem Ritterorden Falkenfels erzählt.

ganz viel Westerwaldliebe

Dieses Mal sollte ich den Westerwald noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennenlernen…

Stöffel-Park: 25 Millionen Jahre zurück in die Erdgeschichte

Nach unserem Auftakt bei einem Mittagsimbiss im Café Mühlenbäcker in Montabaur, einer ersten Vorstellungsrunde und der Einführung in unser Programm ging es direkt zu einem Ort, der perfekt zu unserem Motto passte: dem Stöffel-Park in Enspel.

Auf dem Gelände eines ehemaligen Basaltsteinbruchs treffen heute Industriekultur und Erdgeschichte aufeinander. Zwischen alten Förderanlagen, Werkstätten und Gebäuden kann man gut nachvollziehen, wie der Basalt hier früher gewonnen und verarbeitet wurde. Gleichzeitig hat der Abbau etwas ganz anderes ans Licht gebracht: eine bedeutende Fossillagerstätte. Vor etwa 25 Millionen Jahren befand sich hier ein See. Im Ölschiefer wurden Fossilien von Pflanzen, Insekten, Fischen, Amphibien, Reptilien und Säugetieren konserviert.

Außerdem ist der Park Heimat der berühmten Stöffel-Maus: 1992 wurde das Fossil des kleinen, mausähnlichen Nagetiers Eomys quercyi entdeckt – inklusive Haaren, Magen-Darm-Inhalt und einer erhaltenen Flughaut. Sie gilt bis heute als ältester Nachweis für Gleitflug bei Nagetieren und ist der unumstrittene Star des TERTIÄRUMs.

alte Förderanlagen im Stöffel-Park

Hachenburg die „Perle des Westerwaldes“

Vom Stöffel-Park ging es per Transfer weiter nach Hachenburg, das auch als die „Perle des Westerwaldes“ bezeichnet wird. Wir hatten leider nur Zeit für einen kurzen Spaziergang durch den malerischen Ortskern. Schon der Alte Markt mit seinen wunderschönen Fachwerkhäusern, kleinen Gassen und gemütlichen Plätzen macht Lust darauf, noch einmal zurückzukehren und beim nächsten Mal länger zu bleiben.

Nach einem kurzen Stopp bei der Tourist-Information mit Erfrischungsgetränken und Snacks, durften wir im Anschluss endlich die Wanderschuhe schnüren.

Gruppenbild am wunderschönen Alten Markt in Hachenburg (Bild © Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH)

Auf Druidensteig und WesterwaldSteig zum Kloster Marienstatt

Rund 6,5 Kilometer wanderten wir auf Abschnitten des Druidensteigs und des WesterwaldSteigs bis zum Kloster Marienstatt – was für ein schönes Wanderziel! Die Zisterzienserabtei liegt idyllisch im Tal der Nister und wirkt schon beim Ankommen ganz besonders. Noch schöner wurde es dadurch, dass wir an diesem Abend tatsächlich in den historischen Mauern übernachten durften.

Wanderidylle im Westerwald

Nach einer Brauereiführung im Marienstatter Brauhaus, bei der wir einen Blick hinter die Kulissen der Klosterbrauerei werfen konnten, ließen wir den Abend dort bei einem gemeinsamen Abendessen mit dem leckeren, traditionellen Döppekooche (einem traditionellen Kartoffelauflauf) ausklingen.

der leckere Döppekooche

Anschließend ging es in unsere Unterkunft. Eine Nacht in einer Zisterzienserabtei ist definitiv etwas anderes als eine gewöhnliche Hotelübernachtung. Wenn draußen langsam Ruhe einkehrt und man weiß, dass man mitten in einem jahrhundertealten Klosterkomplex schläft, ergibt sich eine ganz besondere Atmosphäre, die ich nur empfehlen kann.

die Abtei Marienstatt

Die Klosterbibliothek: ein besonderer Schatz

Am nächsten Morgen starteten wir mit einem gemeinsamen Frühstück in der Abtei und anschließend mit einer Führung durch Marienstatt. Mein persönliches Highlight dabei war die Klosterbibliothek. Der heutige Bau entstand Anfang des 20. Jahrhunderts und wurde 1910 eingerichtet. Die Bibliothek beherbergt mehr als 112.000 Medieneinheiten, darunter einen bedeutenden historischen Altbestand. Besonders beeindruckend fand ich nicht nur die alten Bücher, sondern den Raum selbst und die Atmosphäre dieses besonderen Ortes. Man spürt hier unmittelbar, welche Bedeutung Wissen, Lesen und das Bewahren von Büchern über die Jahrhunderte hinweg bis heute für das klösterliche Leben haben.

in der eindrucksvollen Klosterbibliothek

Mit „Bachgeflüster“ zur Dachschiefergrube Assberg und zur Hohen Ley

Danach ging es für uns wieder hinaus in die Natur: Unsere rund 11 Kilometer lange Wanderung verband Abschnitte des Druidensteigs, der Wäller Tour „Bachgeflüster“ und des WesterwaldSteigs. Schon der Name „Bachgeflüster“ passt wunderbar zur Wegführung dieser Tour: Die Route verläuft durch das Gebiet der Kleinen und Großen Nister, denen man immer wieder begegnet, und verbindet Natur- mit Kulturerlebnissen.

Unser erster Zwischenstopp war die Dachschiefergrube Assberg. Hier wird die Erd- und Bergbaugeschichte des Westerwaldes greifbar: Die Grube liegt etwa 20 Meter unter der Erdoberfläche und gehört zum Geopark Westerwald-Lahn-Taunus. Für mich war sie deshalb nicht nur ein interessantes Zeugnis des historischen Schieferabbaus, sondern auch ein weiterer Puzzlestein unserer Reise durch die Erdgeschichte des Westerwaldes.

einfach traumhaft: am Aussichtspunkt Hohe Ley

Kurz darauf erreichten wir die eindrucksvolle Hohe Ley – hier durfte der Fotoapparat natürlich nicht in der Tasche bleiben. Der Aussichtspunkt liegt traumhaft in der Landschaft und bietet einen wunderbaren, weiten Blick über den schönen Westerwald. Ein perfekter Ort, um stehen zu bleiben, tief durchzuatmen und einfach die Aussicht zu genießen. Über Limbach wanderten wir anschließend weiter zum Malberg.

Barbaraturm und Mittagspause mit Aussicht

Auf dem Malberg wartete mit dem Barbaraturm ein weiteres Highlight auf uns: Der 22 Meter hohe Aussichtsturm ist besonders: Bei dem imposanten Stahlgerüst handelt es sich ursprünglich um ein Fördergerüst eines Bergwerks. Heute erinnert der Turm an seinem neuen Standort an die Bergbaugeschichte der Region und bietet nach 96 Stufen eine fantastische Aussicht über den Westerwald.

unsere immer gut gelaunte Gruppe am Malbergblick (Bild © Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH)

Danach war es Zeit für eine Pause: Im Malbergblick gab es Mittagessen – und dieser Stopp hat mir richtig gut gefallen. Das Essen war sehr lecker, die Lokalität wunderschön gelegen und nach den ersten Wanderkilometern war die gemütliche Pause genau das Richtige.

leckere Brotzeit im Malbergblick

Mit der Grubenbahn unter Tage: Besucherbergwerk Bindweide

Von dort wanderten wir weiter zum Besucherbergwerk Bindweide. Hier wurde es abenteuerlich: Wir fuhren mit der Grubenbahn tief in den Berg ein. Bei einem kleinen Rundgang tauchten wir in die faszinierende Welt des historischen Erzbergbaus ein und bekamen einen Eindruck davon, wie die Arbeit unter Tage einst aussah. Zum Abschluss sangen wir das traditionelle Steigerlied, Gänsehaut pur!

im Bergwerk Bindweide

Der Ausflug unter Tage war eines der Erlebnisse, die perfekt zum Motto „Geo Vibes Westerwald“ passten: Wir hatten die Erdgeschichte nicht nur oberirdisch betrachtet, sondern waren tatsächlich mitten hinein in die Welt des Bergbaus gefahren.

mein selbst geschmiedetes Herz – mit Unterstützung von Schmied Winfried

Anschließend wartete noch ein weitere, für mich einmalige, Aktivität auf uns: In der Schau-Schmiede am Besucherbergwerk durften wir selbst zum Hammer greifen und etwas schmieden. Das hat nicht nur richtig viel Spaß gemacht, ich konnte so meinem Mann auch ein selbst geschmiedetes Herz mit nach Hause bringen!

Im Anschluss fuhren wir ins Wildparkhotel Bad Marienberg, wo wir den Tag bei einem leckeren Abendbuffet im 360°-Drehrestaurant mit tollem Blick ausklingen ließen.

im Wildpark Bad Marienberg

Bad Marienberg: Wandern, Tiere, Basalt und Abenteuer

Am dritten Morgen starteten wir nach dem Frühstücksbuffet direkt zu unserer letzten Wanderung. Vom Hotel ging es auf Teilen der Kleinen Wäller Tour „Wolfsteine“ zunächst durch den Wildpark, dann zu den Kleinen und Großen Wolfsteinen und weiter durch den Basaltpark zurück zu unserem Ausgangspunkt. Auch hier begegneten wir wieder der Erdgeschichte des Westerwaldes: Die markanten Wolfsteine sind Basaltformationen und somit sichtbare Zeugen des vulkanischen Ursprungs der Region. Im Basaltpark lässt sich zusätzlich nachvollziehen, wie der Basalt früher abgebaut wurde. Dies zeigte uns anschaulich unser Wanderführer Ulrich Seiler, der sogar ein Original-Henkelmännchen dabeihatte, in dem die Steinbrucharbeiter früher ihr Mittagessen transportierten.

ein Original-Henkelmännchen

Rund um Bad Marienberg findet man auf erstaunlich engem Raum überhaupt sehr viele Möglichkeiten für einen Familienausflug: Wildpark (kostenfreier Eintritt), Kletterwald, Park der Sinne, Kurpark, Basaltpark und Wolfsteine lassen sich wunderbar miteinander kombinieren. Genau diese Mischung macht Bad Marienberg zu einem richtig schönen Ausgangspunkt für einen Familienurlaub im Westerwald.

Ausblick an den Kleinen Wolfsteinen

Wer unseren Familienausflug vom vergangenen Jahr noch einmal nachlesen möchte: In meinem Beitrag Familienabenteuer in Rheinland-Pfalz mit dem Ritterorden Falkenfels nehme ich euch ebenfalls mit nach Bad Marienberg, in den Stöffel-Park und zu weiteren Erlebnissen im Westerwald.

Zum Abschluss unserer drei Tage gab es noch eine leckere Mittagsvesper in der Steig-Alm.

im Basaltpark Bad Marienberg

Mein Fazit des 13. Bloggerwanderns Rheinland-Pfalz:
Der Westerwald ist unglaublich vielseitig!

Was nehme ich von diesen drei Tagen mit? Vor allem, dass ich den Westerwald als Wander- und Familienregion nochmal völlig neu kennengelernt habe. Natürlich gibt es hier jede Menge Wald. Aber eben auch kleine Flusstäler und spektakuläre Felsformationen, Fachwerkstädte und eine beeindruckende Zisterzienserabtei, ehemalige Steinbrüche und Bergwerke, Basalt und Schiefer. Vor allem gibt es eine Geschichte, die man auf Schritt und Tritt mit allen Sinnen entdecken kann.

Die Erdgeschichte des Westerwaldes ist dabei wie ein roter Faden: Der Vulkanismus hat die Landschaft geprägt, Basalt wurde abgebaut, Schiefer und Eisenerz wurden unter Tage gewonnen und die Menschen haben die Landschaft über Jahrhunderte entsprechend genutzt. Genau diese Verbindung aus Natur, Erdgeschichte, Kultur und Abenteuer gefällt mir am Westerwald besonders.

vielseitige Angebote für Familien

Nicht nur für Familien ist das eine tolle Kombination: Man kann wandern, auf Felsen klettern, Tiere beobachten, Fossilien entdecken, durch einen ehemaligen Steinbruch streifen, mit einer Grubenbahn unter die Erde fahren oder einen Aussichtsturm besteigen.

Wandern wird hier ganz schnell zum Abenteuer. Und deshalb bin ich ziemlich sicher: Das war nicht unser letzter Besuch im Westerwald. ❤️

Am Ende heißt es: Schuhe säubern für die nächsten Abenteuer!

Wanderungen selbst entdecken

Wer jetzt Lust bekommen hat, den Westerwald selbst zu Fuß zu entdecken, findet die beschriebenen Wanderwege und viele weitere Touren ganz unkompliziert im Tourenplaner Rheinland-Pfalz. Dort könnt ihr Touren und Etappen auswählen, nachwandern und euch über aktuelle Wegeinformationen informieren: Tourenplaner Rheinland-Pfalz

Also: Wanderschuhe an und ab in den Westerwald! 🥾🌲

Die Wege im Westerwald sind stets gut markiert.

Vier FAQ zum Westerwald:

Ist der Westerwald für einen Urlaub mit Kindern geeignet?

Ja. Besonders rund um Bad Marienberg lassen sich kurze Wanderungen mit Wildpark, Kletterwald, Park der Sinne, Wolfsteinen und Basaltpark kombinieren. Auch der Stöffel-Park und das Besucherbergwerk Bindweide sind spannende Ausflugsziele für die gesamte Familie.

Wo kann man im Westerwald gut wandern?

Zu den bekanntesten Wanderwegen gehören der WesterwaldSteig und der Druidensteig, der gerade als Deutschlands schönster Wanderweg 2026 ausgezeichnet wurde. Dazu kommen zahlreiche kürzere Rundwege wie die Kleinen Wäller und Wäller Touren, die sich auch für Tageswanderungen mit Kindern eignen.

Was ist besonders an der Geologie des Westerwaldes?

Die Landschaft ist unter anderem durch Vulkanismus, Basalt sowie verschiedene Bodenschätze geprägt. Im Stöffel-Park wurden Fossilien in einem rund 25 Millionen Jahre alten Ölschiefersee gefunden, während ehemalige Bergwerke und Steinbrüche an die lange Bergbaugeschichte der Region erinnern.

Welche Wanderung eignet sich mit Kindern in Bad Marienberg?

Der Kleine Wäller „Wolfsteine“ ist 7,3 Kilometer lang und ist besonders familiengeeignet. Er verbindet unter anderem die Wolfsteine, den Park der Sinne und den Basaltpark. Wir sind die Tour im vergangenen Jahr komplett als Familie mit Kind und Hund gewandert und waren begeistert.

zutrauliche Tiere im Wildpark

Offenlegung

Die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH hat mich zu diesem Wochenende eingeladen. Dieser Bericht stellt ausschließlich meine Erfahrungen und meine eigene Meinung dar. Neben der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH und der Westerwald Touristik-Service GbR danke ich besonders den Sponsoren dieses wundervollen Wochenendes:

  • Maier Sports
  • Outdoor Magazin
  • Wrightsocks Deutschland
  • Sebamed
  • Birkenhof Brauerei
  • Westerwald-Brauerei
Bild © Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

Weitere Berichte zum Bloggerwandern im Westerwald findet ihr bei meinen wunderbaren Bloggerkolleg*innen:

  • Fernwehyvi
  • Brittasiehtdiewelt
  • the Backpacker
  • Rebeccpack
  • Wandercroissant
  • Borderherz Outdoortrails
  • Saarfuchs
  • Trailpfoten
  • Buitenavonturen

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