Zum Ennstal habe ich einen besonderen Bezug. So lebt dort meine Freundin Magdalena, mit der ich vor über 20 Jahren die Adolf-Nossberger-Hütte bewirtschaftet habe. Bereits 2016 haben wir ein paar Tage im Sommer dort verbracht und nachdem ich im vergangenen Winter ein Wochenende bei ihr zu Besuch war, war es jetzt mal wieder Zeit für einen längeren Aufenthalt.

Das Ennstal ist vielen sicherlich durch den Wintersport bekannt: In Schladming findet jedes Jahr im Januar der berühmte Nacht-Slalom statt. Aber auch im Unterhaltungs-Fernsehen kommt das schöne Tal in der Steiermark häufig vor. So ist es zum Beispiel Haupt-Drehort der Serie Die Bergretter, die ihr Büro in Ramsau am Dachstein haben, während sich der Abflug- und Lande-Platz des Helikopters in Öblarn im Ennstal befindet.

Wir wollten den Besuch im Ennstal unter anderem nutzen, um mit Klettersteig-Gehen in den Alpen zu beginnen, ein wenig Toprope im Fels zu klettern und natürlich auch einfach zu wandern und die wunderbare Natur zusammen zu genießen.
So fuhren wir am ersten Tag zum Stoderzinken, einem eindrucksvollen Berg bei Gröbming. Über eine Mautstraße kann man hier bis auf 1.845 Meter fahren. Lohnende Wanderziele sind das berühmte Friedenskircherl und der Gipfel des Stoderzinken, die man beide auch gut bereits mit kleineren Kindern erreichen kann. Wir hatten zum Beispiel zwei Vierjährige (meine Nichte und meinen Neffen) dabei.

Für größere Kinder beginnt am Friedenskircherl das eigentliche Abenteuer: Der Klettersteiggarten bietet Klettersteige in allen Schwierigkeitsstufen. Perfekt für uns, um mit unserem Outdoorjungen erste Erfahrungen im alpinen Klettersteig-Gehen zu sammeln.
Danach sind wir alle zusammen (neben Magdalena waren auch meine Schwester mit ihrer Familie dabei) zum Gipfel des Stoderzinken gewandert und haben dort ausgiebig gerastet. Der Gipfel bietet ein wunderbares 360-Grad Panorama, an unserem Tag dort war es leider nur recht diesig. Der Abstieg erfolgt über einen schönen Wanderweg zurück zum Ausgangspunkt, wobei sich kurz vor dessen Erreichen noch zwei Einkehrmöglichkeiten bieten.

Am nächsten Tag sollte der Kinderspaß im Vordergrund stehen. Daher fuhren wir von Schladming aus mit der Gondel auf die berühmte Planai, im Sommer besser bekannt als Hopsiland. Hier waren wir bereits 2016 gewesen, sehr zur Freude unseres damals dreijährigen Outdoorjungen.
Verschiedene Holzkugelbahnen, gleich mehrere Spielplätze, Bike-Trails und viele weitere Attraktionen sorgen allerdings mittlerweile für reichlich Betrieb oben am Berg. Das mögen wir ja nicht so sehr. Daher sind wir schließlich bis zur Lärchkogelhtütte gewandert. So weit liefen nur die wenigsten und wir hatten wieder etwas mehr Ruhe oben am Berg.

Der dritte Tag unserer Zeit im Ennstal stand wieder ganz im Zeichen des Kletterns. Dieses Mal war der Burgstall Klettergarten bei Pürgg unser Ziel. Hier konnten wir dank Magdalenas Vorstieg alle mehrere Runden Toprope klettern und in den Pausen die Zeit in der Natur im Schatten genießen. Im Gegensatz zum Hopsiland war hier auch angenehm wenig los.
Außerdem wanderten wir hinauf nach Pürgg, zum so genannten Kripperl der Steiermark: Die sich dort befindende Johanneskapelle ist berühmt für ihre mittelalterlichen Fresken. Pürgg ist ein sehr schöner, kleiner Ort und zählt zu den ältesten Siedlungen in der gesamten Steiermark. Ein Besuch lohnt sich hier immer!

Hoch hinauf ging es für uns am vierten Tag: Wenn man schon mal im Ennstal Urlaub macht, gehört eine Fahrt mit der Panoramagondel hinauf auf den Dachstein zum Pflichtprogramm. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Das Ausflugsziel ist so beliebt, dass man in der Hauptsaison die Tickets ein paar Tage vorher buchen sollte. Vor Ort ist dann alles eng getaktet, um die Besuchermassen zu lenken. Das funktioniert so ganz gut und ist wahrscheinlich die beste Lösung, um allen gerecht zu werden.
Entdecken kann man hier oben auf knapp 3.000 Metern Höhe einiges: Hängebrücke, Himmelsleiter, Sky Walk, Treppe ins Nichts, Eispalast und Gletscher-Restaurant sorgen neben dem Rundum-Panorama-Blick für reichlich Abwechslung. Natürlich kann man hier auch wandern. Dazu sollte man aber neben warmen Anziehsachen auf jeden Fall festes Schuhwerk, möglichst auch Trekkingstöcke und gegebenenfalls sogar Steigeisen dabei haben.

Wir waren mit gemischten Gefühlen dort oben am Dachstein. Natürlich ist es ein besonderes Erlebnis, das wir vor allem auch den Kindern mitgeben wollten. Der Blick auf den schwindenden Gletscher stimmte uns jedoch ebenso nachdenklich wie traurig.
Direkt neben dem sterbenden Gletscher befindet sich übrigens der Eispalast. Auch diesen haben wir besichtigt und die schönen Skulpturen bewundert. So ganz richtig angefühlt hat es sich allerdings nicht.

Am letzten Tag wollten wir einfach noch ein wenig mit allen zusammen sein, gemeinsam wandern sowie die Bergwelt und Kulinarik genießen. Daher fuhren wir mit Gondel und Sessellift hinauf auf den Hauser Kaibling. Dieser ist, ähnlich wie die Planai, ein beliebter Familienberg, und auch hier locken Holzkugelbahnen für die Kinder.
Angenehmerweise war es dort aber längst nicht so überlaufen wie drei Tage zuvor im Hopsiland. So wanderten wir gemütlich zur Kaiblingalm. Dort haben wir richtig lecker gegessen (absolute Empfehlung!), bevor wir über den schönen und abwechslungsreichen Höhenweg zurück zur Bergstation des Sessellifts wanderten.
Der schmale Wanderweg mit tollen Blicken in die umliegende Bergwelt war der perfekte Abschluss unseres Urlaubs im Ennstal. Danach hieß es leider Abschied nehmen – mit einem lachenden und einem weinenden Auge – und der Vorfreude auf den nächsten Besuch bei Magdalena, ihrer Familie und dem wunderschönen Ennstal. Wir kommen wieder!

Übrigens: Bei fast allen Unterkünften ist die Schladming-Dachstein Sommercard im Preis inbegriffen. Damit kann man unter anderem einmal pro Tag kostenfrei Gondel fahren, was besonders für Familien mit Kindern wirklich ein tolles Angebot ist.
Ein Gedanke zu “Das Ennstal – Familienurlaub in der Steiermark”