Wer einmal in Schröcken war…

… der findet es wunderbar. Das wissen meine Schwester und ich bereits seit mehr als 30 Jahren. Anfang Juli hatten wir das Vergnügen, dies zwei guten Freundinnen zu beweisen. Ob es geklappt hat? Das erfahrt ihr hier.

der Widderstein, 2017 haben wir ihn zusammen bestiegen

Ursprünglich hatten wir, also die bewährte Hüttentourcrew der letzten Jahre (wir waren bereits zusammen im Kleinwalsertal, Zillertal und am Wilden Kaiser), für Anfang Juli geplant, einen Teil der Lechquellenrunde zu erwandern. Aufgrund der Corona-Lage entschieden wir uns jedoch schweren Herzens dazu, in diesem Jahr auf unsere gemeinsame Hüttentour zu verzichten. Ich hatte euch bereits davon berichtet.

blauer Enzian

Nicht verzichten wollten wir jedoch auf ein paar gemeinsame Tage in den Bergen. Unsere Herzensheimat Schröcken, in der meine Schwester und ich als kleine Kinder Skifahren gelernt haben und in die wir bis heute immer wieder zurückkehren, bot eine willkommene Alternative: Es gibt tolle Gipfelziele, ein uriges Restaurant mit Hüttenatmosphäre und die Möglichkeit, ein vor 20 Jahren gegebenes Versprechen einzulösen. Doch dazu später mehr. Bei unserem Jugend-Skilehrer buchten wir eine Ferienwohnung, und so machten wir uns schließlich zu viert (auf Christoph mussten wir dieses Mal leider verzichten) plus Hund auf in den schönen Bregenzerwald.

meine weltbeste Hüttentourcrew, leider ohne Christoph

Die Herzensheimat begrüßte uns mit Sonnenschein, sodass wir nach der Anreise von unserer Unterkunft im oberhalb des Dorfes gelegenen Neßlegg zu Fuß zum Tourismusbüro liefen. Dort angekommen brach das angekündigte Gewitter über uns hinein, also fuhren wir mit dem kostenfreien Bus zurück zur Ferienwohnung. Den Abend verbrachten wir in dem bereits oben erwähnten Restaurant Holzschopf bei köstlichem Walser Raclette. Dabei streicht man den geschmolzenen Bergkäse direkt vom Laib ab und isst ihn mit Kartoffeln, Brot, Schinken und allerlei kleiner Köstlichkeiten. Man kann es nicht beschreiben, man muss es erleben! Probiert es unbedingt mal aus, wenn ihr in der Gegend seid, es ist unfassbar lecker. (Reservierung erforderlich.)

Walser-Raclette

Am nächsten Tag folgte die Einlösung des Versprechens, dass ich unserem Jugend-Skilehrer Jürgen vor ca. 20 Jahren gegeben hatte: Eine Canyoning-Tour unter seiner Führung. Und was soll ich euch sagen, es war das absolut Verrückteste und Krasseste, das ich je gemacht habe. Man muss dazu wissen, dass Wasser eigentlich gar nicht mein Element ist. Aber meine drei lieben Mitstreiterinnen waren sofort Feuer und Flamme für die Idee. Außerdem hat Guide Jürgen meine Schwester und mich vor mehr als 20 Jahren durch den Tiefschnee und das offene Gelände auf Skiern sicher nach Lech und wieder zurück geführt. Ich hatte also ein gewisses Ur-Vertrauen…

da sind wir noch trocken

Trotzdem haben mich die ersten Sprünge ins kalte Nass eine ungeheure Überwindung gekostet. Mit der Zeit konnte ich die Tour (wir waren ca. 2,5 Stunden am und im Wasser) aber immer mehr genießen und war am Ende sogar trotz erfrierender Zehen ein wenig traurig, als es vorbei war. Die Canyoning-Tour war ein unvergessliches Erlebnis, und am Ende waren wir vier uns einig, dass wir das unbedingt wiederholen wollen.
Doch schaut selbst:

Wenn ihr euch über die Musik im Video gewundert haben solltet: Natürlich ist „Wer einmal in Schröcken war, …“ dabei. Die anderen sind Songs, die uns während und nach der Canyoning-Tour sowie an den anderen Tagen in Schröcken in den Sinn kamen und die wir teilweise auch lauthals geschmettert haben.

Bergglück am Körbersee

Die letzten beiden Tage in Schröcken hatten wir tolles Bergwetter und nutzten dies so richtig aus: Mit dem Bus fuhren wir zur Steffisalpbahn, die uns zur Bergstation brachte. Von dort aus stiegen wir auf das Warther Horn und wanderten auf einem traumhaften Höhenweg hinter dem Karhorn bis zum Auenfelder Sattel. Weiter ging es zum Körbersee und von dort über einen schönen Steig zurück bis zu unserer Unterkunft in Neßlegg. Diese Genusstour über 10 Kilometer habe ich euch hier bei komoot hinterlegt.

am Körbersee

Da auch an unserem Abreisetag tolles Wetter war, nutzten wir den Vormittag für eine weitere Gipfelbesteigung. Erneut fuhren wir mit dem Bus, dieses Mal aber nur bis zum Hochtannbergpass. Von dort stiegen wir steil bergauf in Richtung Höferspitze auf den Höferkamm. Der Weg schlängelte sich dann im weiteren Verlauf als schmaler Pfad auf dem Grat bis zum Gipfelkreuz. Die Aussicht in alle Richtungen war wunderschön, besonders auf den Widderstein, den wir 2017 zusammen bestiegen hatten. Der Abstieg zurück nach Neßlegg erfolgte auf steilem und schmalen Pfad. Hier erwies sich der Tipp von Jürgen, die Tour so herum zu laufen, als goldrichtig. Die Wanderung war ein wunderschöner Ausklang der wunderbaren vier Tage in unserer Herzensheimat. Natürlich habe ich euch auch diese Tour bei komoot hinterlegt.

Blumenparadies am Höferkamm

Und unsere beiden Freundinnen? Die sind jetzt selbstverständlich auch mit dem Schröcken-Virus infiziert. Wir kommen bestimmt zusammen wieder in die Herzensheimat: Zum Canyoning, Walser-Raclette und das ein oder andere lohnende Gipfelziel. Es gibt dort noch so viele für uns.

Blick auf den Hochtannbergpass

(P.S. Auch wenn ich hier einiges verlinkt habe, ist dies keine bezahlte Werbung. Wir haben die Unterkunft, das Essen und die Canyoning-Tour bezahlt. Ich empfehle und verlinke es euch aus purer Überzeugung und jahrzehntelanger Verbundenheit.)

4 Gedanken zu “Wer einmal in Schröcken war…

  1. Dina 11. September 2020 / 9:49

    Das Video ist ja echt spitze. Jetzt hab ich direkt Lust, auch mal so ne Tour zu machen. Wie hoch war denn so der höchste Sprung?

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  2. Natalie 11. September 2020 / 9:58

    Es war auch wirklich toll. 😍 Ich schaue mir das Video auch immer wieder an. ✌️ So genau weiß ich das nicht mehr, ca. 12 Meter glaube ich.

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  3. Natalie 11. September 2020 / 11:30

    Die anderen meinen eher 8 Meter. Kam mir wohl einfach viel höher vor. 😎😆

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  4. Kaya 8. Oktober 2020 / 11:29

    Danke für diesen tollen Blog. War sehr interessant zu lesen. Weiter so.

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