Nachdem wir im vergangenen Jahr so begeistert vom Prinz-Luitpold-Haus waren, stand unsere Entscheidung bereits früh fest, in diesem Jahr dorthin zurückzukehren. Zum einen hatten wir das Gefühl, dort aufgrund des schlechten Wetters einiges verpasst zu haben, zum anderen passte es für für unsere weltbeste Hüttentour-Crew dieses Mal am besten, eine feste Basis zu haben und nicht von Hütte zu Hütte zu wandern.

Am Anreisetag fuhren wir zunächst bis Immenstadt, um dort in einer Ferienwohnung zu übernachten und am nächsten Morgen ausgeruht und gemütlich zum Prinz-Luitpold-Haus (kurz: PLH) hinaufzusteigen. Da wir ohne Stau bis ins Allgäu kamen, blieb uns außerdem genug Zeit, mit der Mittagbahn bergauf zu fahren, auf das Bärenköpfle zu wandern und anschließend bis zur Mittelstation abzusteigen. Genau das richtige für eine entspannte Einlauftour und einen ersten traumhaften Blick in die Allgäuer Hochalpen.
Hier findet ihr die GPX-Daten unserer kleinen familientauglichen Wanderung über 4,5 Kilometer, 50 Höhenmeter bergauf und 380 Höhenmeter bergab.

Für die folgende Nacht und den nächsten Tag waren Gewitter mit Starkregen gemeldet, sodass wir für den Aufstieg auf das PLH nichts Gutes erwarteten. Zum Glück war es dann aber nur halb so schlimm wie befürchtet und wir konnten in der letzten halben Stunde sogar die Regenklamotten ausziehen. Zuvor kehrten wir noch in der urigen Alpe Bärgündle ein, die etwa auf halber Wegstrecke zwischen dem Ausgangspunkt am Giebelhaus und dem PLH liegt.
Auch für diese Wanderung habe ich euch die GPX-Daten hinterlegt. Sie führt über 6 Kilometer und ca. 800 Höhenmeter und ist auch für Familien mit Kindern problemlos machbar.

An unserem Tagesziel angekommen bekamen wir ein gemütliches Fünfer-Zimmer zugewiesen, in dem wir für beide Nächte bleiben konnten. Mit leckerem Kaiserschmarrn stärkten wir uns und wollten danach eigentlich zum nah gelegenen See laufen, das Wetter hatte sich jedoch wieder verschlechtert und wir saßen in einer dicken Wolke. Die Laune ließen wir uns davon natürlich nicht vermiesen und begannen bereits früh mit der ersten Runde Doppelkopf.
In der gemütlichen Stube des PLH fanden sich nach und nach auch viele Familien mit Kindern ein, die ebenfalls die Nacht dort verbringen wollten. Das PLH ist übrigens nicht nur eine besonders familienfreundliche Hütte, sondern auch die erste Hütte des DAV mit einer reinen Bio Küche. Und das schmeckt man! Was ich außerdem echt toll finde: Die Speisen sind wunderbar fettarm und damit leicht verträglich.

Am späten Abend erwartete uns dann noch ein besonderes Highlight: Plötzlich rissen die Wolken auf und wir bekamen ein traumhaftes Alpenglühen zu sehen. Ein absolut wunderbarer Moment und definitiv einer der Gründe, warum wir auf die Berge steigen.

Für den dritten Tag hatten wir die Besteigung des Hochvogels geplant. Allerdings lag in diesem Jahr noch recht viel Schnee, sodass wir nicht sicher waren, ob es klappen würde. Von der Route über den so genannten „Kalten Winkel“ wurde uns sogar abgeraten, über den leichten Klettersteig unterhalb der Kreuzspitze sollte es hingegen trotz eines noch recht großen Schneefelds möglich sein.

Um ehrlich zu sein, beim Anblick des Schneefelds wollte ich am liebsten bereits umkehren. Ich wäre aber auch enttäuscht gewesen, es nicht versucht zu haben und so wollten wir es uns zumindest einmal anschauen. Der Schnee und die vorhandene Spur waren dann auch erstaunlich gut, sodass wir es problemlos (aber auch ohne hinunterzuschauen) durchqueren konnten. Trotzdem musste ich dazu all‘ meinen Mut zusammennehmen.

Der leichte Klettersteig im Anschluss stellte uns vor keine größeren Probleme und ich stellte mal wieder fest, dass ich im Sommer einfach lieber im Fels statt im Schnee unterwegs bin. Kurz darauf erblickten wir den Schlussanstieg zum Hochvogel und diesem Moment sagten mein Kopf und mein Bauch einfach „stopp“. Es sah wahnsinnig steil und zudem extrem rutschig mit gerölligem Untergrund aus. Ich hatte mir vorher vorgenommen, nicht weiter zu gehen, wie es sich gut anfühlte – und das war dann wohl besagter Moment. Daher ließ ich die anderen beiden (wir waren an dem Tag nur zu Dritt unterwegs) alleine weiterziehen und suchte mir einen großen Stein, um sie bei ihrem Gipfelsturm zu beobachten.

Im Nachhinein betrachtet hätte ich den Gipfel des Hochvogel wahrscheinlich locker geschafft. Aber ich denke, nach der großen Überwindung, das Schneefeld zu überqueren, war es für mich an dem Tag einfach „genug“. Einen Gipfelerfolg konnte ich trotzdem noch verbuchen: Zunächst stieg ich mit meiner zufälligen Bergbekanntschaft Marit (sie hatte ebenfalls auf den Schlussanstieg zum Hochvogel verzichtet) auf die Kreuzspitze, etwas später mit Dani und Christoph nach ihrem Gipfelerfolg am Hochvogel ein zweites Mal.

Den Abstieg, auch durch den Klettersteig und über das Schneefeld, machten wir anschließend natürlich ebenfalls gemeinsam und kamen so nach einem tollen Bergtag zufrieden wieder am PLH an. Die gesamte Tour, inklusive der Gipfelbesteigung des Hochvogel, findet ihr hier.

Der nächste Tag sollte bereits unser letzter im Allgäu sein. Der Wettergott bescherte uns dazu Kaiserwetter. Daher fiel uns die Entscheidung nicht schwer, statt auf direktem Weg über das Gries und die Pointhütte zum Giebelhaus abzusteigen. Außerdem lag so der Wiedemer Kopf auf unserem Weg, dessen Besteigung wir als krönenden Abschluss versuchen wollten.

Es war eine lange und zünftige Kletterpartie bis zum Gipfel, dank zurück gelassenem Gepäck aber gut machbar. Am Gipfelkreuz erwartete uns neben einer großartigen Aussicht auch jede Menge Edelweiß. Besser geht es doch kaum, oder?

Nachdem wir die Aussicht genossen und zahlreiche Fotos geschossen hatten, machten wir uns an den mehr als 1.000 Höhenmeter langen Abstieg zum Giebelhaus. Nach den Kletterpassagen erreichten wir wieder den Höhenweg ins Gries – Genusswandern pur.
Diesen Teil des Weges kannten wir bereits von unserer Hüttentour über die schönsten Allgäuer Höhenwege im vergangenen Jahr. Am Giebelhaus angekommen kehrten wir zum Abschluss unserer Tour 2024 noch einmal zünftig ein und machten und danach auf in Richtung Heimat.
Die Daten unseres Abschlusstages findet ihr hier.
Mein Dank für die vier wunderbaren Tage im Allgäu gilt Dani, Käthe, Steffi und Christoph – das war bereits unsere achte gemeinsame Tour und ich bin wirklich sehr froh, so eine fantastische Hüttentour-Crew zu haben. Ich freue mich auf all‘ die gemeinsamen Touren, die da noch kommen werden.

Die Berichte zu unseren bisherigen Hüttentouren findet ihr hier:
Kleinwalsertal
Zillertal
Wilder Kaiser
Montafon
Kleine Lechquellenrunde
Allgäu

Zum Abschluss ein kleiner Werbeblock:
Unser Dank geht an Maier Sports, die uns für diese Tour mit Hosen und Oberteilen ausgestattet haben. Egal welches Wetter und welches Terrain, es hat sich immer gut angefühlt und ist vor allem immer schnell getrocknet. Klare Weiterempfehlung!
Außerdem durfte ich die Reeloq Smartphone Sicherung kostenfrei testen und bin wirklich begeistert von der Kombination aus Handytasche, die man direkt am Gurt des Rucksacks befestigen kann sowie der Handysicherung mittels ausziehbarem Seil. Ich freue mich schon, Reeloq auf unserer Alpenüberquerung weiter zu testen.
(Hinweis: Der letzte Link ist ein Affiliate-Link. Solltet ihr darüber etwas bestellen, entstehen euch keine Mehrkosten, aber ich erhalte eine kleine Provision.)
3 Gedanken zu “Wanderglück rund um das Prinz-Luitpold-Haus”