36 Kilometer auf dem Kettwiger Panoramasteig

Nachdem Dina (@Borderherz) und ich Anfang April den Baldeneysteig bezwungen haben und danach nicht am Ende unserer Kräfte waren, stand schnell unser nächstes Ziel fest: Der Kettwiger Panoramasteig. Dieser verläuft auf ca. 36 Kilometern rund um die Essener Stadtteile Kettwig und Werden. Dabei sind knapp 800 Höhenmeter zu überwinden, für unsere eher flache Region also ganz schön stattlich. Anfang Mai war es dann soweit: Trotz einer etwas ungewissen Wettervorhersage machten wir uns früh am Tag auf den Weg.

müde, aber happy nach 36 Kilometern

Bereits um kurz vor neun Uhr trafen wir uns auf dem großen Parkplatz am Kettwiger Stadtwald. Wie angekündigt regnete es und so machten wir uns mit wasserfesten, schweren Bergschuhen und Regenschirmen auf den Weg. Die Entscheidung, im Uhrzeigersinn zu laufen und so zunächst die nördliche Hälfte abzuwandern, stellte sich im Verlauf des Tages als absolut richtig heraus. Doch dazu später mehr.

Nach ungefähr einer Stunde hörte es auf zu regnen und wir konnten die Schirme einpacken. Etwas später kam bereits die Sonne heraus und so nutzten wir die nächste Picknickbank zu einem zweiten Frühstück. Danach ging es weiter Richtung Werden. Was uns dabei etwas negativ auffiel: Es gab immer wieder asphaltierte Wegabschnitte, deutlich mehr als auf dem Baldeneysteig. Dann folgte ein kurzes – und wirklich sehr schönes – Stück, das wir bereits von diesem kannten: Durch den Heissiwald verlaufen die beiden Steige ein Stück gemeinsam. Und auch Tour Nr. 36 aus meinem Buch führt hier entlang.

Kurz vor Werden trennen sich die Steige wieder und so wartete nun wieder eine unbekannte Strecke auf uns. In Werden überquerten wir die Ruhr und wurden nur wenig später von einem freundlichen Herrn darauf hingewiesen, dass „nun die richtigen Berge“ auf uns warten würden. Wir schmunzelten etwas über den Kommentar und nahmen ihn nicht so ganz ernst, aber am Ende sollte der gute Mann recht behalten: Die südliche Hälfte des Kettwiger Panoramasteigs verlangte die weitaus meisten Höhenmeter von uns ab. Dafür war der Weg nun aber auch wunderschön: Durch schöne Wälder – einen davon nutzten wir für ein ausgiebiges Mittagspicknick, über weite Felder und fast durchgehend ohne Asphalt. So macht Wandern Spaß und so flogen die Kilometer auch nur so dahin. Wir waren froh, die vermeintlich unschönere Strecke zuerst gegangen zu sein, als es noch regnete und unsere Beine „frisch“ waren.

Nach 27 gewanderten Kilometern erreichten wir schließlich den Kettwiger Stausee und machten an dessen Ufer erst einmal Rast, um uns der schweren, wasserfesten Bergschuhe zu entledigen, denn allmählich wurden unsere Beine müde. Es war aber aufgrund des Regens zu Beginn und des oft nassen Untergrundes auf jeden Fall richtig, einen Großteil der Strecke in ihnen zu laufen. Die letzten knapp 9 Kilometer bewältigten wir dann in leichten und flachen Wanderschuhen. Beim Aufstieg in den Kettwiger Stadtwald war es eine Wohltat, weniger Gewicht an den Füßen zu haben und so erreichten wir schnell den Teil, des Kettwiger Panoramasteigs, über den auch Tour Nr. 37 aus meinem Buch führt. Am malerisch gelegenen Aussichtspunkt über die Ruhr machten wir eine letzte Rast und dachten, nun mehr oder weniger alle Höhenmeter hinter uns zu haben.

Doch weit gefehlt: Nach einem steilen Abstieg trafen wir auf den Wegweiser „Steilhang“ und genau dorthin führte uns der stets gut markierte Steig. Wir wussten nicht, ob wir lachen oder weinen sollten. Also ging es noch einmal hinauf, und das mit mehr als 30 gewanderten Kilometern in den Beinen. Oben angekommen erwartete uns eine grandiose Aussicht, die die Anstrengung schnell wieder wett machte. Nur ein kühles Radler fehlte uns in diesem Moment zu unserem Glück.

Zum Abschluss machte der Steig seinem Namen noch einmal alle Ehre (anfangs hatten wir noch über die Bezeichnung „Steig“ gewitzelt) und führte uns in einem schönen Bogen erst über freies Feld, dann auf einem schmalen Pfad durch einen Wald. Zurück am Parkplatz zeigte meine Uhr schließlich 36,1 Kilometer an. Wahnsinn! Es war ein toller Tag und eine wirklich tolle Wanderung. Der südliche Teil hat uns für die ersten, zähen Kilometer absolut entschädigt. Viel weiter hätte ich an dem Tag aber auch nicht mehr gehen mögen: 36,1 Kilometer mit Proviant für den gesamten Tag auf dem Rücken und zu einem Großteil in schweren Bergschuhen haben mich meine Grenze erkennen lassen.

Dinas und mein nächstes Projekt steht übrigens schon morgen (11. Juni) an. Seid gespannt, in unseren Facebook- und Instagram-Stories werdet ihr es sicher verfolgen können.

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