Bereits das neunte Jahr in Folge war ich mit der weltbesten Hüttentourcrew vier Tage in den Alpen unterwegs. Dieses Jahr waren wir in Tirol, genauer gesagt im Verwall, wandern. Alle Einzelheiten zu unserer Tour inkl. der GPS-Daten findet ihr hier.

Nach einer zweigeteilten Anreise parkten wir unser Auto am Wellnesspark in Pettneu am Arlberg. Hier sollte unsere Hüttentour vier Tage später wieder enden. Zum Startpunkt in St. Anton kommt man von hier aus entweder mit dem Bus oder mit dem Taxi.
Bei meiner ursprünglichen Planung der Hüttentour wollte ich eigentlich an der Rendlbahn starten, mit dieser bergauf fahren und dann bis zur Darmstädter Hütte – unserer ersten Unterkunft – wandern. Doch die Rendlbahn fährt im Sommer nur an zwei Tagen pro Woche. Somit hätten eigentlich mehr als 1.000 Höhenmeter und 11 Kilometer auf uns gewartet. Nach kurzer Absprache mit der weltbesten Hüttentourcrew entschieden wir uns, von Pettneu aus ein Taxi zu nutzen, das uns auch ein Stük weit ins Malfontal hineinfahren konnte. Somit konnten wir die erste Etappe ungefähr halbieren.
Danach ging es zunächst gemütlich über den Fahrweg weiter bergauf bis zum malerisch gelegenen Kartellsee. Nach halber Umrundung von diesem wählten wir den schmalen Wanderpfad hinauf bis zur Darmstädter Hütte, wo wir uns erstmal mit den hoch gelobten, selbst gemachten Knödeln stärkten. Danach liefen wir noch ein Stück weiter bergauf, denn ein Aufstieg über den Apothekerweg in Richtung Kuchenjoch lohnt sich auf jeden Fall: Murmeltiere und Steinböcke sind mit Glück gut zu beobachten. Für ganz ausdauerstarke Wanderer bietet sich außerdem noch die Gipfelbesteigung des Scheibler an.

Die Fakten zu unserer ersten Etappe:
🥾 Start: Parkplatz Alte Rendlbahn
🥾 Ziel: Darmstädter Hütte
🥾 Kilometer: 11 (6 bei Abkürzung mit Taxi)
🥾 Höhenmeter: 1.000 (600 bei Abkürzung mit Taxi)
🥾 GPS-Datei: Link

Nach einer mittelmäßigen Nacht in der völlig überfüllten Darmstädter Hütte (über 100 Personen) starteten wir gegen 8 Uhr in Richtung Niederelbehütte. Zunächst wanderten wir über den Fahrweg leicht bergab, bis wir kurz vor Erreichen des Kartellsees in den schmalen Sepp-Jöchler-Weg bergauf abzweigten. Dieser führte uns malerisch aber auch sehr steil bis zum Sessladjoch auf knapp 2.800 Metern Höhe.
Die dünne Höhenluft, Sturmböen und Eisregen machten es nicht gerade zu einem angenehmen Spaziergang, aber schließlich standen wir froh am höchsten Punkt des Tages und konnten hier bereits die Niederelbehütte erblicken. Danach wanderten wir stets bergab, immer unserem Tagesziel entgegen, zunächst über losen Schotter, dann über großes Blockgestein und schließlich durch wunderbare Bergwiesen, am See entlang bis zur Hütte. Dort gab es zur Belohnung erstmal ein großes Stück frisch gebackenen Kuchen.

Die Fakten zu unserer zweiten Etappe:
🥾 Start: Darmstädter Hütte
🥾 Ziel: Niederelbehütte
🥾 Kilometer: 8,5
🥾 Höhenmeter bergauf: 690
🥾 Höhenmeter bergab: 740
🥾 GPS-Datei: Link

In knapp 30 Minuten erreicht man von der Niederelbehütte aus den Kappler Kopf, von dem man eine grandiose Aussicht in alle Richtungen hat. Wir ließen es uns nicht nehmen, den Gipfel nach dem Abendessen zu besteigen und die Abendstimmung zu genießen.
🥾 Start/Ziel: Niederelbehütte
🥾 Kilometer: 2
🥾 Höhenmeter bergauf und bergab: je 50

Nach einer erholsamen Nacht und dem besten Frühstück, das wir je auf einer Hütte gegessen haben, verließen wir die Niederelbehütte, um über den Kieler Weg zur Edmund-Graf-Hütte zu wandern. Der Kieler Weg verläuft als wunderschöner Pfad durch herrliche Almwiesen – Genusswandern pur! Nach Durchqueren des Skigebiets von Kappl wendet er sich Richtung Schmalzgrubenscharte und führt immer steiler werdend bis zu dieser bergauf. Nach einem kurzen Abstieg erreicht man den Schmalzgrubensee, an dessen Ende man bereits die Edmund-Graf-Hütte erkennen kann.
Wir hatten an dem Tag leider erneut kein stabiles Wetter und mussten mehrere Stunden durch den Regen laufen – dieses Mal immerhin ohne größeren Sturm. Nur rund um die Scharte wehte ein kräftiger Wind.
Die Edmund-Graf-Hütte liegt sehr malerisch an einem kleinen See. Wir haben uns auf Anhieb sehr wohl dort gefühlt, dazu hat auch der junge Hüttenwirt Fabian mit seinem Team beigetragen. Am Abend stiegen wir noch ein Stück in Richtung Hoher Riffler bergauf und kamen so nochmal in den Genuss, wilde Steinböcke beobachten zu dürfen. Was ein perfekter Abschluss des Tages!

Die Fakten zu unserer dritten Etappe:
🥾 Start: Niederelbehütte
🥾 Ziel: Edmund-Graf-Hütte
🥾 Kilometer: 10
🥾 Höhenmeter bergauf: 550
🥾 Höhenmeter bergab: 500
🥾 GPS-Datei: Link

Der letzte Morgen unserer Hüttentour begrüßte uns mit einem Regenbogen. Während wir in der Edmund-Graf-Hütte frühstückten, gingen die letzten Schauer runter, sodass wir trocken in den Abstieg starten konnten und auch bis Pettneu bleiben. Wir freuten uns, endlich mal nur im Shirt laufen zu können und erreichten nach einem schönen Wanderweg, der uns steil bergab führte, den Talboden des Malfontals.
Der restliche Weg war ein gemütliches Auslaufen. Perfekt, um die vergangenen Tage gemeinsam Revue passieren zu lassen. Und so standen wir schließlich nach vier wunderbaren Tagen im Verwall wieder an unserem Ausgangspunkt am Wellnesspark in Pettneu.

Die Fakten zu unserer vierten Etappe:
🥾 Start: Edmund-Graf-Hütte
🥾 Ziel: Pettneu am Arlberg
🥾 Kilometer: 7,5
🥾 Höhenmeter bergab: 1.150
🥾 GPS-Datei: Link

Mein liebster Dank geht an Chrissi, Dani und Steffi – auch in diesem Jahr habt ihr wieder bewiesen, dass ihr (natürlich zusammen mit Käthe) einfach die weltbeste Hüttentourcrew seid. Ich freue mich bereits jetzt unglaublich auf unsere nächsten Abenteuer.
Die Berichte zu unseren bisherigen Bergabenteuern mit jeder Menge Inspiration findet ihr hier:
– Kleinwalsertal
– Zillertal
– Wilder Kaiser
– Schröcken (Bregenzerwald)
– Montafon
– Kleine Lechquellenrunde
– Allgäuer Höhenwege
– rund um das Prinz-Luitpold-Haus
Ein Gedanke zu “4 Tage Hüttentour im Verwall”