Plumssattel und Plumsjochhütte

Als wir in diesem Sommer unseren Urlaub am Achensee verbracht haben, hat der Mausebär seine erste richtig große Wanderung in den Alpen geschafft. Mit der Besteigung des Plumssattels hat er eine Leistung vollbracht, die ich ihm mit seinen vier Jahren vorher eigentlich nicht zugetraut hätte. Versucht haben wir es natürlich trotzdem …

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Gipfelkreuz des Plumssattel

 

Bereits im Vorfeld unseres Sommerurlaubs habe ich überlegt, wie viele Höhenmeter für den Mausebär wohl realistisch wären. 400 Höhenmeter bergauf und wieder bergab müssten mit viel Wohlwollen und unter Einsatz aller Tricks gehen, dachte ich.

So fiel mein Blick beim Studieren der Wanderkarte (ich liebe es ja, bereits im Voraus die Tourmöglichkeiten auszuloten) auf den Plumssattel. Der Weg sah mit Start bei der Gernalm in einem der Karwendeltäler nicht zu weit aus: Viele Serpentinen führen auf den Plumssattel, dabei sind 497 Höhenmeter zu überwinden. Außerdem gibt es nicht unweit des Sattels mit der Plumsjochhütte eine Einkehrmöglichkeit. Ideale Voraussetzungen also.

Und so machten wir uns an einem wunderschönen Sommertag mit dem Auto auf Richtung Karwendeltäler bis zur Gernalm auf 1.172 m. Die Karwendeltäler sind mautpflichtig. Man kann sich auch mit dem Shuttle ab Pertisau zu den Almen bringen lassen, diesen fanden wir aber recht teuer.

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die Gernalm

Am Parkplatz der Gernalm kann man das Gipfelkreuz vom Plumssattel bereits sehen. Mein erster Gedanke war: „Das schaffen wir nie.“ Aber ich habe mir natürlich nichts anmerken lassen, und so ging es fröhlich los. Bereits nach einem kurzen Stück überquerten wir einen Bach, der plötzlich versickerte. Das fand der Mausebär total spannend. Am liebsten wollte er das Wasser ausbuddeln, und auch der Papa war direkt begeistert dabei. Also ließ ich den beiden ein paar Minuten und versprach dort auf dem Rückweg eine längere Pause einzulegen. Denn jetzt wartete ja erstmal noch ein gewaltiger Anstieg auf uns.

Kurz nach dem Bach wurde der Weg merklich steiler, und die vielen Serpentinen begannen. Mit der zunehmenden Steigung schwand leider auch die Motivation vom Mausebär, und wir mussten alle Tricks, Spiele usw. anwenden, die uns in den Sinn kamen: So gab es eine Zeit lang in jeder Serpentine ein Gummibärchen, wir sangen Lieder, spielten Eisenbahn, und der Papa ließ sich immer neue Verstecke für Mausebärs Holztransporter einfallen. So kamen wir dann doch recht gut vorwärts. Trotzdem merkten wir dem Mausebär die Anstrengung an. Bis wir die ultimative Motivationshilfe bekamen: Einen Blick aufs Gipfelkreuz. An dieser Stelle zeigte ich dieses nämlich auch dem Mausebär (am Parkplatz hatte ich es mich noch nicht getraut aufgrund der Befürchtung, dass es ihm zu weit weg erscheinen würde), und plötzlich war alle Anstrengung vergessen. Der Mausebär bekam einen Energieschub, wie ihn vorher kein Gummibärchen hatte auslösen können. Sogar der Papa hatte auf einmal Mühe, dem Tempo vom Mausebär zu folgen.

Und so erreichten wir in nur zwei Stunden nach fast 500 Höhenmetern bergauf das Gipfelkreuz am Plumssattel auf 1.669 Metern. Was für eine Leistung! Belohnt wurden wir mit einer traumhaften Aussicht ins Karwendel und herrlich blühendem Enzian auf dem Sattel.

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Enzian

Vom Plumssattel stiegen wir 40 Höhenmeter bergab zur Plumsjochhütte (1.630 Meter), auf deren Sonnenterrasse wir uns kräftig stärkten. Der Mausebär bekam von der Hüttenwirtin Gummibärchen (was auch sonst!?) geschenkt und freute sich sichtlich über die Anerkennung seiner Leistung. Oft war ein Vierjähriger wohl noch nicht selbst auf die Hütte gewandert.
An dieser Stelle möchte ich besonders noch das Plumsklo auf der Plumsjochhütte empfehlen. Mehr sein an dieser Stelle nicht verraten …

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Karwendelblick

Der Weg zur Gernalm ging über denselben Weg wieder zurück. Den kurzen Gegenanstieg zum Plumssattel schaffte der Mausebär nach Almdudler und Kaiserschmarrn problemlos. Und ab dann ging es nur noch bergab, vorbei an vielen Steinmännchen, die wir natürlich brav weiter aufstockten, bis zum unterirdischen Fluss, an dem der Mausebär und sein Papa dann fleißig buddeln durften.

Zurück an der Gernalm waren wir trotz den längeren Pausen am Gipfel, auf der Hütte und am Fluss nach weniger als 5 Stunden. Und nun konnte ich dem Mausebär auch endlich das erreichte Gipfelkreuz vom Startpunkt aus zeigen. Er konnte selber kaum glauben, dass er da alleine hingewandert ist. Zum Abschluss des tollen Tages wollten wir auf der Gernalm noch einen Kuchen essen. Doch der Mausebär hatte keine Ruhe zum Sitzen, er wollte lieber auf dem tollen (Wasser-)Spielplatz an der Alm spielen. So genossen sein Papa und ich den Kuchen alleine und staunten mal wieder darüber, wie schnell sich die kurzen Kinderbeine nach einer langen Wanderung erholen.

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der Mausebär am Spielplatz

Mein Fazit: Es war eine tolle Tour bei perfektem Wetter. Die Gernalm ist für Kinder besonders schön, dazu kommt der Anreiz ein Gipfelkreuz erreichen zu können und oben eine Einkehrmöglichkeit zu haben. Man braucht im Anstieg ein bißchen Durchhaltevermögen und Motivationshilfen für die Kinder, wird am Ende aber doppelt und dreifach belohnt.

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5 Gedanken zu “Plumssattel und Plumsjochhütte

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