Rund um den Luftigen Grat – unsere erste kleine Familien-Hüttentour

Zum Abschluss unserer Wanderwoche im Allgäu Mitte Mai ging es auf eine kleine aber feine Hüttentour, die erste sowohl für den Mausebär als auch für meinen Mann. Wir wollten Deutschlands am besten benoteten Premiumwanderweg (96 Erlebnispunkte) „Luftiger Grat“ erwandern. Der schneereiche und ungewöhnlich lange Winter machte uns allerdings fast einen Strich durch die Rechnung, so dass wir improvisieren mussten. Trotzdem waren es drei traumhafte Tage in den Bergen, wie ihr hier nachlesen könnt.

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auf geht’s – der Mausebär trägt zum ersten Mal einen eigenen Wanderrucksack

Die ganze Woche über ging mein Blick immer wieder zweifelnd Richtung schneebedeckten Hochgrat, der das erste (Gipfel-)Ziel unserer Hüttentour sein sollte. Es hatte noch einmal weit hinunter geschneit, fast bis ins Tal. Im Laufe der Tage war dann klar, dass wir den Gipfel aufgrund der Schneemenge wohl nicht würden erreichen können. Eine Nachfrage beim Hüttenwirt des Staufner Haus, wo wir die erste Nacht verbringen wollten, machte allerdings Hoffnung, es zumindest bis zur Hütte zu schaffen.

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der Blick zur schneebedeckten Nagelfluhkette zu Beginn der Woche

Bevor wir uns allerdings Richtung Hütte aufmachten, wanderten wir erst noch zu den Buchenengger Wasserfällen. Zum einen wollten wir uns dieses Naturjuwel nicht entgehen lassen und zum anderen wären wir sonst zu früh am Staufner Haus angekommen, denn wir konnten ja nicht – wie geplant – weiter zum Gipfel des Hochgrat steigen. Danach ging es gegen Mittag am Parkplatz der Hochgratbahn jedoch endlich los. Die Hochgratbahn war wegen Revision geschlossen. Ansonsten bietet es sich natürlich an, mit ihr zur Bergstation zu fahren. Besonders, wenn man vorher eine längere Anreise hat. Von der Bergstation aus erreicht man in wenigen Minuten das Staufner Haus und kann – wenn kein Schnee liegt – natürlich auch wunderbar noch den Gipfel des Hochgrat mitnehmen. Eine andere Möglichkeit im Sommer ist der Anstieg über die Alpe Simatsgund und die Brunnenau-Scharte, bei der man den Hochgrat dann Richtung Staufner Haus sogar überschreitet.

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Sonnenuntergang am Staufner Haus

Für uns ging es aber über die Fahrstraße zu der Alpenvereinshütte. Schnell erreichten wir die Untere Lauchalpe und kamen an einer 1.000-jährigen Eibe vorbei. Zugegebenermaßen war der Weg nicht sonderlich spannend, und wir mussten den Mausebär mit unseren bewährten Tricks bei Laune halten. Nachdem wir ungefähr die Hälfte der insgesamt 800 Höhenmeter erklommen hatten, erreichten wir die Schneegrenze. So mussten wir die restlichen 400 Höhenmeter durch den Schnee stapfen. Hier war es sicherlich ein Vorteil, dass wir auf einer Fahrstraße unterwegs waren. Denn so war es nicht gefährlich und für den Mausebär trotzdem spannend und anstrengend genug. Vorbei an Oberer Lauchalpe wurde der Schnee immer tiefer, und so manches Mal sanken wir tief ein. Nach knapp drei Stunden erreichten wir schließlich das Staufner Haus und waren sehr glücklich, es erreicht zu haben. Unsere exakte Tour dazu findet ihr hier.

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Ankunft am Staufner Haus

Auf der Hütte haben wir uns sehr wohl gefühlt. Aufgrund der Nebensaison und der Schneelage haben außer uns noch 5 andere Wanderer dort übernachtet, sodass die Nacht sehr ruhig war und wir ausgeschlafen und mit neuer Kraft in den nächsten Tag starten konnten. Eigentlich hatten wir vorab geplant, vom Staufner Haus über den Premiumwanderweg „Luftiger Grat“ immer am Grat entlang über mehrere Gipfel zu wandern und erst oberhalb der Falkenhütte wieder abzusteigen. Natürlich geht aber die Sicherheit vor, und so stiegen wir nur kurz auf den Grat, um einmal das Panorama zu genießen (das an dem Tag wirklich atemberaubend schön war) und stapften dann durch den Schnee wieder hinab über die Obere Lauchalpe bis zum Abzweig zur Alpe Schilpere. Weiter ging es über die Fahrstraße bis zur Oberstiegalpe, auf der wir bei selbst gebackenem Kuchen eine Pause einlegten und die Sonne genossen. Ab hier trafen wir dann auch auf den „Luftigen Grat“, dem wir nun folgten. Ich weiß nicht, ob der Kuchen dem Mausebär eine extra Portion Energie gegeben hat oder ob es an dem schön angelegten Pfad des Premiumwanderwegs lag, aber ab der Oberstiegalpe legte der Mausebär plötzlich ein Tempo vor, dem wir kaum folgen konnten. So gelangten wir über einen leicht ansteigenden Pfad und das ein oder andere Altschneefeld überraschend schnell zur Schneeloch Alpe, an der wir abbiegen und den „Luftigen Grat“ wieder verlassen mussten. Der Weg blieb trotzdem schön und abwechslungsreich: Erst führte er uns über eine Wiese, danach durch einen lichten Wald bis wir am Hörmoosbach den tiefsten Wegpunkt des Tages erreichten. Dort begann der Schlussanstieg zu unserer zweiten Unterkunft, dem Berggasthof Hochbühl. Dieses erreichten wir schließlich nach 9 Kilometern, 700 Höhenmetern im Abstieg (400 davon durch Schnee) und 250 Höhenmetern bergauf. Den Tourenverlauf findet ihr hier.

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Abmarsch vom Staufner Haus

Am dritten Tag unserer ersten kleinen Familien-Hüttentour ging es vom Berggasthof Hochbühl zurück zum Ausgangspunkt an der Talstation der Hochgratbahn. Dazu stiegen wir zunächst bis zum Imberghaus bergan. Dort trafen wir wieder auf den „Luftigen Grat“, der uns bergab über die Bergmoos-Alpen bis zur Alpe Remmelegg führte. Leider hatte diese noch geschlossen. Hier verließen wir den „Luftigen Grat“ ein letztes Mal und wanderten weiter hinab ins Tal bis nach Lanzenbach. Dort überquerten wir die Weißach und gingen durch den Wald zurück bis zum Parkplatz. Auch diese abschließende Tour findet ihr hier bei komoot.

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auf dem Weg zurück ins Tal

Nach insgesamt knapp 20 Kilometern und über 1.000 Höhenmetern bergauf und wieder bergab kamen wir in bester Stimmung wieder am Auto an. Auch wenn wir schneebedingt nicht die eigentlich geplante Runde gehen konnten, war es eine fantastische kleine Hüttentour mit wunderbaren Eindrücken. Glücklich über das Erlebte und stolz auf meine beiden Wandermänner blicke ich jetzt dankbar zurück. Es gibt doch nichts Schöneres, als solche Bergerlebnisse mit seinen Liebsten zu teilen und gemeinsam zu erleben.

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Aussicht vom Grat oberhalb des Staufner Haus

 

 

4 Gedanken zu “Rund um den Luftigen Grat – unsere erste kleine Familien-Hüttentour

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