Mit dem Rad zu 46 Mühlen ohne Grenzen zwischen Niederrhein und Niederlande

Die grenzüberschreitende Fahrradroute „Mühlen ohne Grenzen“ führt zu 46 Wasser- und Windmühlen am Niederrhein und der grenznahen Niederlande. Entwickelt wurde diese von den Gemeinden Leudal und Wegberg, offiziell angegeben mit 184 Kilometern. Mitte September haben wir uns vier Tage Zeit genommen, um die Route im Rahmen unserer diesjährigen Radtour zu fahren und die Mühlen zu erkunden. Nun komme ich endlich dazu, euch davon zu berichten und die von mir erstellte gpx-Datei der kompletten Runde mit euch zu teilen.

Wir starteten die Tour an der Borner Mühle, die mit dem Auto für uns am schnellsten zu erreichen ist. Ein kleiner, kostenfreier Parkplatz direkt neben dieser bot sich dabei als idealer Ausgangspunkt an. Bei der Planung hatten wir uns dazu entschieden, die Runde gegen den Uhrzeigersinn zu fahren, so wie es auch in der Übersichtskarte der Herausgeber-Gemeinden eingezeichnet ist.

Dadurch führte uns die Strecke erst einmal Richtung Westen: Wir passierten im hübschen Örtchen Brüggen Burg sowie natürlich die Mühle und kamen danach in den Genuss, auch die Dilborner Mühle am gleichnamigen Campingplatz anschauen zu dürfen. Diese befindet sich eigentlich verschlossen hinter Türen, wurde für uns auf Nachfrage aber stolz vom Inhaber geöffnet. Danach fuhren wir am Venekotensee vorbei und durch das malerisch gelegene Naturschutzgebiet Elmpter See weiter Richtung deutsch-niederländischer Grenze.

Die erste Mühle, die wir dann ein wenig später in der Niederlande passierten, war die erste Windmühle unserer Strecke: Die Molen De Grauwe Beer liegt idyllisch am Ufer der Maas und beherbergt ein kleines Café. Im Anschluss fuhren wir weiter an der Maas entlang, bis wir kurz vor Reuver zu unserer ersten Unterkunft abzweigten. Diese befand sich mitten im Grünen, im Grenzgebiet rund um den Brachter Wald.

Der zweite Tag führte uns zurück an die Maas, die wir mithilfe einer Fähre überquerten. Am anderen Ufer erreichten wir Kessel und nach einem kurzen Abstecher die St. Antoniusmolen sowie das sehenswerte Kasteel des Ortes. Danach folgten wir der Maas in südliche Richtung, bis wir in Neer die Friedesse molen erreichten. Wir hatten Glück, diese öffnete gerade ihre Pforten, sodass wir sie von innen besichtigen und die kräftigen Mahlwerke bestaunen konnten. Ebenfalls in Neer befindet sich die Hammermolen, die heute ein Wohnhaus ist.

Zwischen Nunhem und Roggel passierten wir die Leumolen und wendeten uns dann nach Norden, um die St. Petrusmolen zu besuchen. Weiter ging es mit der St. Antoniusmolen in Heythuysen, bis wir in einem beliebten Wandergebiet die St. Elisabethsmolen erreichten. Hier gönnten wir uns in einem Café eine Stärkung, denn es lagen noch weitaus mehr Kilometer vor uns als vorher erwartet. Dazu weiter unten mehr. Bereits in der einsetzenden Dämmerung erreichten wir schließlich die malerisch gelegene Windmühle Aurora und schließlich als letzte Mühle des Tages die Grathemermolen, eine Wassermühle. Dieses Mal lag unsere Unterkunft direkt an der Strecke, sodass wir keinen Abstecher mehr fahren mussten.

Tag drei führte uns zunächst ein Stück nach Norden, bevor wir die Uffelse molen und danach die Armenmolen, Luyensmolen und Schouwsmolen bei Ittervoort erreichten. Danach radelten wir über die Grenze zu einem Abstecher nach Belgien. Dieser bescherte uns zwar keine Mühle, dafür aber einen Streckenabschnitt nah am Wasser. Folgerichtig brachte uns auch eine kleineFähre zurück in die Niederlande. Am Rande eines Wasser- und Naturschutzgebiets erreichten wir hier als nächstes die Hompesche Molen. Hier lohnt eine Pause, um Flora und Fauna ein wenig zu erkunden. Auch ein naturnah gehaltener Spielplatz lädt zu einer Rast ein.

Allmählich wandte sich unsere Route nun in Richtung Osten: In Maasbracht erreichten wir die Leonardus Molen und fuhren danach weiter in Richtung St. Odilienberg, wo wir auf die Molen van Verbeek und im Anschluss in Richtung Herkenbosch auf die Prins Bernhardmolen trafen. Letztere liegt aussichtsreich und ein wenig erhaben auf einem erhöhten Platz. Ein benachbartes Ausflugslokal lockt für eine Pause. Wir waren dazu ein wenig zu spät, es hatte bereits geschlossen. An Wochenendtagen lohnt hier eine Einkehr aber sicherlich. Wir hatten es von dort aber auch nicht mehr weit bis zu unserer dritten und letzten Unterkunft in Herkenbosch, unweit des grenznahen Wandergebiets im Nationalpark de Meinweg.

Der vierte Tag führte uns zu Beginn eine ganze Weile an der deutsch-niederländischen Grenze entlang. Vorbei am Effelder Waldsee erreichten wir die Gitstappermolen, die wir auch von innen besichtigen konnten. Danach folgte die Dalheimer Mühle, die wir über einen Abstecher quer durch den Wald und ebenfalls grenznah, besuchten. In diesem Abschnitt sind übrigens auch die meisten Höhenmeter zu bewältigen. Absteigen und schieben mussten wir allerdings nie. Unsere 18 Gänge reichten aus, um im Sattel sitzen bleiben zu können.

Kurz nach der Dalheimer Mühle erreichten wir endgültig wieder unser Heimatland und fuhren nun noch ein Stück Richtung Süden, bevor mit einem Schwenk nach Westen etliche Mühlen in kurzem Abstand auf uns warteten: Die sehenswerten Tüschenbroicher Mühlen kannten wir bereits von Spaziergängen, Ross-, Bocken- und Bischofsmühle folgten dicht auf. Im Zentrum von Wegberg angekommen passierten wir Sassen- und Lohmühle, bevor wir uns auf die Suche nach der Wegberger Mühle machten. Diese markiert den eigentlichen Start- und Zielpunkt der gesamten Route, ist aber im Grunde sehr unscheinbar, da sie heute vielmehr ein Veranstaltungsgebäude ist.

Danach ging es weiter in Richtung Ophover Mühle, auf die ich mich schon die komplette Tour lang freute: Frisch gezapftes Mühlenbier und ein grandioses Schnitzel mit in Butter geschwenkten Kartoffeln sind einfach der perfekte Grund für eine Pause. Bevor wir uns nun wieder in Richtung Norden wandten, besuchten wir noch die ostwärts gelegene Holtumer Mühle. Danach fuhren wir an Holt-, Busch- und Schrofmühle vorbei. Weiter ging es mit Molz- und Lüttelforster Mühle, die an den meisten Tagen zu einer Einkehr locken, bei uns aber bedauerlicherweise gerade geschlossen hatten. Ansonsten wäre sicher noch ein leckeres Stück Kuchen drin gewesen.

Zum Abschluss unserer viertägigen Radtour folgten Pannen- Rader- und Brempter Mühle, bevor wir als letztes Highlight der Strecke den Hariksee erreichten. An seinem Nordufer gelangten wir zu Mühlrather Mühle, die mit ihrem malerischen Mühlrad noch einmal ein schönes Motiv bildet und an der man auch noch einmal einkehren kann. Danach war es nicht mehr weit bis zur Borner Mühle und zu unserem Ausgangspunkt, nach 230 geradelten Kilometern in vier Tagen.

Unser Fazit:
Unsere erste mehrtägige Radtour, die nicht dem Lauf eines Flusses von seiner Quelle bis zur Mündung folgte, hat uns richtig gut gefallen. Es war spannend, die mehr als 40 so unterschiedlichen Mühlen zu entdecken und an ihnen immer wieder inne zu halten. Auch die Natur kam hier nicht zu kurz: Viele Wälder, die Maas, die Schwalm, Seen, Naturschutzgebiete sowie weite Feld- und Flurflächen begleiteten uns. Die heimeligen Orte in der Niederlande haben ja ohnehin ihren ganz eigenen Charme und lassen stets gleich Urlaubsgefühle aufkommen. Zudem hatten wir großes Glück mit unseren drei Unterkünften (auf Anfrage schicke ich euch gerne die entsprechenden Links), die gänzlich unterschiedlich aber auch alle auf ihre eigene Art und Weise bezaubernd waren.
Die Orientierung zwischen den einzelnen Knotenpunkten funktioniert überwiegend einwandfrei. Verfahren haben wir uns nur zwischen Roggel und Heythuysen und rund um Wegberg, wo definitiv einige Fahrradwegweiser bzw. Radwanderzeichen fehlen. Hir müsste die Stadt Wegberg einmal nachbessern. Die Abstecher zu den einzelnen Mühlen findet man während der gesamten Tour mitunter nur mit Hilfe von Google Maps, oder ihr nutzt meine unten verlinkte Tour als Grundlage. Diese beinhaltet alle 46 Mühlen.

Wie bereits in der Einleitung geschrieben, ist die Route offiziell mit 184 Kilometern angegeben. Unsere Fahrradtacho hat am Ende allerdings stolze 230 Kilometer angezeigt. Die Abstecher zu Unterkünften und Restaurants haben sicherlich ein paar Kilometer ausgemacht. Allerdings lassen sich damit nicht knapp 50 Kilometer Abweichung erklären. Wir glauben, dass sich die 184 Kilometer auf die reine Strecke zwischen den Knotenpunkten beziehen. Abstecher zu Mühlen, die nicht direkt an ausgeschilderten Radwegen liegen, sind nicht mit eingerechnet. Die im Nachgang von mir erstellte gpx-Datei, die die Abstecher zu allen Mühlen enthält, zeigt 199 Kilometer an. Das erscheint uns auch als realistisch.
Hier findet ihr die von mir nachgezeichnete Route mit Start und Ziel in Wegberg, wie es auch in der Karte der Herausgeber geplant wurde: Mühlen ohne Grenzen

Unsere Erfahrungen zu weiteren mehrtägigen Fahrradtouren, die wir bereits gemacht haben, findet ihr übrigens hier:
Eder-Radweg
Ruhrtalradweg
Drei-Flüsse-Tour
RurUfer-Radweg
Lahntalradweg

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