Grenzerfahrungen: RurUfer-Radweg

Nachdem wir in den letzten beiden Jahren den Ruhrtalradweg und die Drei-Flüsse-Tour mit unseren Rädern erfahren haben, war im Juni diesen Jahres der RurUfer-Radweg an der Reihe. Dabei erlebten wir neben vielen tollen Momenten auch Grenzerfahrungen, mit denen wir vorher nicht gerechnet hatten.

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Blick zur Rur

Doch von vorne: Die Rur fließt vom Hohen Venn in Belgien durch die Nordeifel in Deutschland und schließlich durch den Kreis Heinsberg bis in die Niederlande nach Roermond. 3 Länder in 4 Tagen, das versprach uns tolle Grenzerfahrungen und schöne Naturerlebnisse.

Unser Ehrgeiz gebot es uns, die Rur auch ab der Quelle zu begleiten: Sie entspringt am höchsten Punkt Belgiens, auf dem Signal de Botrange. Und wer meint, Belgien würde keine Berge haben, der irrt, wie wir bei unserer Anfahrt zu den Quellen erfahren mussten.
Vorweg sei gesagt: Man kann sich auch von einem Unternehmen vom Aachener Hauptbahnhof zum Signal de Botrange fahren lassen, aber das war uns zu teuer. So fuhren wir also bis Welkenraedt in Belgien mit dem Zug und begannen dann die ca. 25 km lange Anfahrt auf den höchsten Berg Belgiens.
Dank komoot App auf dem Smartphone fiel die Navigation nicht schwer, die Anstiege dafür aber umso mehr. Zum Glück war es ein verhältnismäßig kühler Tag (ca. 20 Grad und bedeckt), bei Hitze hätten wir wohl kapitulieren müssen. Aber auch so war es eine absolute Grenzerfahrung dessen, was wir mit unseren Trekkingrädern und Gepäck leisten können. Nach einer Stärkung in der Baraque Michel mit Eistee und Tomatensuppe schafften wir schließlich auch die letzten Höhenmeter und waren sehr glücklich, als wir endlich den Ausgangspunkt des RurUfer-Radwegs erreicht hatten.

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auf Belgiens Höchstem im Hohen Venn

Doch damit waren die Anstrengungen für den ersten Tag noch nicht vorbei: Die ersten Kilometer waren ein munteres Auf und Ab durch das wunderbar-grüne Hohe Venn. (Leider gibt es in Belgien keine einheitliche Kennzeichnung des Radwegs, man muss sich laut Radführer von Knotenpunkt zu Knotenpunkt orientieren. Leider hatte ein Scherzbold einen Wegweiser wohl umgedreht, was uns zusätzliche Höhenmeter und Kilometer bescherte. Auch in den Niederlanden ist die Beschilderung mit dem RurUfer-Radweg Symbol nicht vorhanden. Uns ist nicht klar, wieso das nicht einheitlich gemacht wird. Grenzerfahrungen der anderen Art.)
Alle Anstrengungen und Mühen haben sich aber voll gelohnt: Ein landschaftliches Highlight folgte dem nächsten, und wir waren meist ganz allein auf weiter Strecke. Ein großer Pluspunkt im Vergleich zu unseren beiden vorherigen Radtouren.
Bald erreichten wir die Grenze und damit auch eine einheitliche Wegmarkierung. Schließlich erreichten wir ziemlich ko und später als gedacht unser Hotel in Monschau für unsere erste Übernachtung.

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verdiente Erfrischung

Wie sich heraus stellen sollte, hatten wir mit dem Hotel Royal ein tolles Hotel mit sehr netten Gastgebern erwischt. Und so ging es am nächsten Morgen gut erholt weiter über ca. 75 km nach Düren-Mariaweiler. Landschaftlich immer wieder eindrucksvoll (ich weiß gar nicht, wie oft ich gesagt habe „das ist aber schön hier“), stellte uns die Strecke auch am 2. Tag vor einige Herausforderungen. Holprige Waldpfade, viele Steigungen (manche auch sehr sehr lange) und rasante Abfahrten brachten uns neue Grenzerfahrungen (vor allem unseren Oberschenkeln). Im Vergleich mit unseren anderen beiden Radfernwegen war der RurUfer-Radweg mit Abstand der Anspruchsvollste. Dafür auch der Einsamste. Und das ist ja genau nach unserem Geschmack!
Nach vielen Kilometern durch die Eifel, vorbei an den Rurseen und durch grüne Wälder öffnete sich schließlich die Landschaft. Wir ließen die Hügel hinter uns und erreichten unsere zweite Unterkunft, den Mariaweiler Hof.

Am dritten Tag kam die Sonne und die Hitze. Wir waren froh, bei den beiden voran gegangenen Bergetappen kühleres Wetter gehabt zu haben und freuten uns nun über den blauen Himmel für die flache Fahrt zur Mündung der Rur in Roermond. Ohne die Steigungen der beiden Vortage kamen wir gut voran und erreichten am Nachmittag die Niederlande und schließlich die Maas, an der wir uns von der Rur verabschieden mussten. Ein toller Moment, den wir sehr genossen!

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die Rur mündet in die Maas

Die letzte Nacht verbrachten wir im Slapen & Smullen in Swalmen, das wir nach einer Runde durch Roermond schnell und glücklich nach 84 Tageskilometern erreichten.
Erneut hatten wir eine tolle Unterkunft, in der wir den Tag gebührend ausklingen ließen.

Swalmen liegt nicht weit von unserer Heimat entfernt. So konnten wir am letzten Tag mit den Fahrrädern wieder bis nachhause fahren. Über Nacht hatte das Wetter erneut gewechselt, sodass wir für die letzten knapp 50 km ordentlich Wind hatten. Zum Glück kam dieser jedoch meist von hinten oder von der Seite.
Nach 250 km in 4 Tagen kamen wir stolz über das Geleistete und erfreut über das Erlebte und Gesehene wieder gut zuhause an. Der RurUfer-Radweg hat uns unsere Grenzen aufgezeigt, aber er hat uns auch und vor allem unglaublich schöne Natur-Momente beschert.

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zurück am Niederrhein

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