Lahntalradweg 2019 – ein Fazit

Nachdem ich euch bereits über die einzelnen Etappen unserer diesjährigen Radtour ausführlich berichtet habe, kommt hier mit etwas Abstand noch ein kleines aber feines Fazit zu unseren knapp 250 geradelten Kilometern, aufgeteilt in positive aber auch negative Eindrücke.
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Hier könnt ihr die ausführliche Beschreibung unserer einzelnen Etappen nachlesen:
Anreise und Besuch der Quelle
– 1. Etappe: Feudingen–Marburg
– 2. Etappe: Marburg–Gräveneck
– 3. Etappe: Gräveneck–Obernheim
– 4. Etappe: Obernheim–Lahnstein

positive Eindrücke
– eine wunderbare landschaftliche Abwechslung und im Verlauf der Tour die Berührung mit gleich drei verschiedenen Mittelgebirgen (Rothaargebirge, Taunus und Westerwald)
– auch durch drei verschiedene Bundesländer führt der Weg, das kann längst nicht jeder Fernradweg von sich behaupten
– viele schöne Orte und Städte mit historischem Ortskernen reich an Fachwerkhäusern laden zur Besichtigung ein
– viele schöne Picknickplätze, -bänke und -tische (teilweise sogar überdacht) bieten ausreichend Platz für erholsame Pausen
– eine gute Beschilderung erleichtert die Orientierung (wir haben uns nur ein einziges Mal kurz verfahren)
– bei Wetterumschwung oder Erschöpfung gibt es viele Umstiegmöglichkeiten auf den Zug
– zum Finale erlebt man eine wunderschöne Mündung in den Rhein bei Lahnstein

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an der Mündung der Lahn in den Rhein

negative Eindrücke
– es gibt keine aktuellen Informationen zu Umleitungen (und davon gab es eine Menge, manche sogar mit beachtlichen Steigungen) auf der Website, an denen man sich vorab orientieren kann
– zwischen Wetzlar und Weilburg gab es ein zähes Stück direkt an einer viel befahrenen und mehrspurigen Landstraße
– an manchen Stellen muss dringend das Gestrüpp zurück geschnitten werden, da der Fahrradweg an Bundesstraßen teilweise so zugewachsen war, dass man auf viel und schnell befahrene Straßen ausweichen musste
– mitunter Streckenführung über von LKWs befahrenen Straßen
– die offizielle Lösung der Strecke zwischen Balduinstein und Laurenburg: entweder ein Umstieg auf die Deutsche Bahn oder ein Anstieg nach Holzappel, der mit nicht motorisierten Fahrrädern und viel Gepäck kaum zu bewältigen ist
– alle beschriebenen negativen Eindrücke sind für einen zertifizierten Premium-Radweg unserer Meinung nach ein Unding, vielleicht haben uns unsere bisherigen geradelten Fernradwege aber auch einfach nur verwöhnt

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der zugewachsene Pfad hinter Balduinstein

Natürlich überwiegen am Ende bei uns die zahlreichen positiven Eindrücke. Wir hoffen jedoch, dass sich die Verantwortlichen (und der ADFC?) die Kritik zu Herzen nehmen und künftig etwas verbessern, damit das Erlebnis Lahntalradweg noch schöner wird. Empfehlenswert ist er aber bereits jetzt allemal.

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Lahnidylle zwischen Weilburg und Gräveneck

8 Gedanken zu “Lahntalradweg 2019 – ein Fazit

  1. AndiDick 8. Juli 2019 / 16:48

    war eine schöne Tour! Auf der Lahn kann man also nicht nur paddeln, sondern auch wunderbar mit dem Rad entlangfahren!

    Gefällt 1 Person

  2. ab nach Hause 9. Juli 2019 / 14:20

    Das muss wirklich schön gewesen sein.
    Auch wenn der Radweg nicht richtig ausgebaut war – aber das gibt es ja häufig, besonders an Flüssen.

    Gefällt 1 Person

  3. Tomas Schmid 29. September 2022 / 10:50

    Der Lahntalradweg von Marburg nach Gießen ist, was Wegeführung und Erlebniswert betrifft, wohl eine der unattraktivsten Teilstrecken des Radweges. Persönlich fahre ich diese Distanz öfter, um zu trainieren.
    Obwohl der Weg auf der rechten Flussseite durchgehend asphaltiert ist, nutze ich wegen des höheren Erlebniswertes die linke Route, die streckenweise keinen Belag aufweist. Rechts fährt man einen Gutteil der Strecke durch landwirtschaftliche Industriebrache – ab August, wenn die Felder größtenteils abgeerntet sind, wahrlich kein „Augenschmaus“. Während man auf der linken Alternativroute ab Roth eine abwechslungsreichere Landschaft genießen kann. In Sichertshausen sollte der Freizeitradler (ohne E-Bike) sowie der Mountainbiker darauf achten ausgangs des Ortes den offiziellen Radweg zu verlassen, der der stark befahrenen Bundesstraße naheliegt und dabei mehrfach hügelan und -abwärts führt, um stattdessen den teils holprigen Waldweg an Schloss und Hofgut Friedelhausen vorbei zu benutzen. Auf diese Weise meidet der Biker auch die nicht wenig befahrene Bundesstraße nach Lollar.
    Spätestens aber in Lollar ist er auf über 1 km auf die stark befahrene Bundesstraße durch den Ort verwiesen, die er möglichst bald am Abzweig Bahnhof verlassen sollte. Öfter ist mir hier schon unterlaufen, dass unversehens aus Einmündungen wie Parklücken heraus Fahrzeuge den eigenen Weg beschneiden. Nicht ungefährlich!
    Hat man aber die rechte Alternativroute fahren wollen, müssen vor Odenhausen (Lollar) ein mit Lochsteinen gepflasterter Weg befahren und mehrere enge Z-Kurven (teils hügelauf) bewältigt werden, die ungeübten Radlern einiges Geschick abverlangen.
    Auswärts Lollar befährt man unterhalb des Bahndammes einen asphaltierten Radweg entweder Richtung Ruine Badenburg (Restauration) oder, geradeaus, Wißmar. Zur Badenburg hin verwandelt er sich in einen Waldweg. Es lässt sich aber auch hier, in Richtung Wißmar, eine alternative Wegführung zur Badenburg nehmen, wenn statt der Auffahrt zum Flussübegang auf einer alten Bahnbrücke zur rechten Hand ein schmaler Weg durchs Gelände immer nahe der Lahn lang benutzt wird. Nicht ratsam für Familienausflügler und Ungeübte!
    Ab der Badenburg folgt man entweder der bis zur Landstraße sehr löchrigen Aspalttrasse oder folgt dem „Treidelpfad“ dicht am Fluss, der sich stellenweise zu einem schmalen Fußweg verengt. Verlangt schon etwas technisches Geschick!
    Anschließend nutzt man dann den Bewirtschaftungsweg der Bundeswasserverwaltung (auf eigene Gefahr) bis zum WSV „Hellas“.
    Der Wegteil ab ausgangs Lollar –
    konsequent an der Lahn lang – ist, für mich, der optisch reizvollste und entspannendste Streckenabschnitt.
    Meistenteils aber führt der offizielle Radweg ab Marburg weitab der Lahn durch unattraktive landwirtschaftliche Industriebrache: über und nahe stark befahrener Bundesstraßen mit teils gefährlichen Straßenquerungen und oft auch schnell befahrenen Verkehrswegen, die an Kreuzungen zudem noch schlecht gesichert und wenig einsehbar sind. Vorsicht, schnell fahrende KFZ kreuzen! (Aus eigener Kenntnis haben sich gerade im Bereich Lollar und Wißmar zufolge unzureichender Streckenführung wie Sicherungsmaßnahmen schon schwere Unfälle ereignet.) Weshalb aufgrund beschriebener Mängel anzuraten ist, die Routen des Lahntalradwegs im Bereich Lollar und Wißmar zu meiden (schlechte Wege, stark befahrene Wegeführungen …)!!!
    Die Radwege zwischen Marburg und Gießen sind, übers Ganze beurteilt, eigentlich als Radwege bloß getarnte Feldwege!
    In Marburg Stadt wie nahem Umkreis ist der Radweg entlang der Lahn an sonnigen und arbeitsfreien Tagen wegen der hohen Frequentierung durch Flanierende nur eingeschränkt zu nutzen. Und das Radwegegebot ist stellenweise über mehrere Dutzend Meter aufgehoben.
    Möchte der Radler landschaftliche Abwechslung genießen, sollte er also die offiziellen Radrouten meiden.
    Würde ich selber nicht die Wege zwischen Marburg und Gießen zum Trainieren nutzen, nichts würde mich davon abhalten, diesen Teil des Lahntalradweges zu meiden! Denn erst nach Gießen wird der Radweg (auch fürs Auge) angenehm zu fahren.
    Um aber die Altstadt von Marburg (und nur diese) zu erkunden wollte ich jedermann raten, auf dem besagten Streckenabschnitt die Bahn zu benutzen.
    In Marburg darf er dann auch als Ausdruck „grüner“ Stadtplanung die in einen schmalen Straßenkanal gezwängte Marbach (im Volksmund „Dr. Kahles Pissrinne“ genannt) und den vollständig plattenversiegelten weiten Platz um Elisabethkirche und frühere Kinderklinik bestaunen. Natürlich neben wie nach dem Ausweis landespolitischer Förderung „grüner“ Verkehrsplanung durch das Land Hessen z. B. auf dem besagten Streckenabschnitt des Lahntalradwegs.

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