Traumpfädchen „Kleiner Stern“

Gestern machten wir uns auf den Weg, um unser erstes Traumpfädchen zu erwandern. Die Wahl fiel gleich auf das längste, den „Kleinen Stern“.

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der Mausebär und ich

Als ich für den Mausebär am Morgen die Wanderhose aus dem Schrank hole und ihm erzähle, dass wir einen Ausflug in die Eifel mit Picknick (er liebt es zu picknicken!) machen, freut er sich riesig. Noch größer wird seine Freude, als er etwas später nach gut einer Stunde Fahrt die ersten Berge entdeckt und diese Freude lauthals mit uns teilt. Wie schön, dass die Berge und die Natur solche Gefühle in ihm auslösen.

Kurze Zeit später sind wir bereits da und staunen erstmal über die Massen an Menschen. Wahnsinn, ich habe noch nie so viele Autos und Menschen an einem so kleinen Wanderparkplatz in der Eifel gesehen. Nun gut, wandern liegt ja momentan im Trend und anscheinend wurde mit den Traumpfädchen genau der Zahn der Zeit getroffen. Irgendwie logisch, dass nicht nur wir neugierig auf diese sind.

Bereits nach wenigen Metern erreichen wir das ersten Highlights der Tour, erst die Kanzel und dann die Weinsicht mit schönen Ausblicken auf den Rhein und die Umgebung. Natürlich dürfen hier die Traumpfad-typischen Waldliegen und ein paar Bänke nicht fehlen.

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immer wieder tolle Ausblicke

Weiter geht es auf einem relativ breiten Waldweg (wir mögen Pfade viel lieber) stets leicht bergauf. Der Mausebär läuft mit der Aussicht auf das versprochene Picknick am Rastplatz „Kleiner Stern“ eifrig voran und weist uns freudig auf jedes Wanderzeichen hin. Der Weg ist bestens markiert, so wie wir es auch von den Traumpfaden her kennen. Ich finde es schön, viele Wanderzeichen und Wegweiser entdecken zu können, zumal sie auch immer einen Anreiz für Kinder bieten.

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das Traumpfädchen-Wanderzeichen

Noch vor dem Rastplatz kommen wir an einer eigenartigen Treppe vorbei. Ein Lost Place!? Der Mausebär läuft mit dem Papa hinauf, um nachzuschauen ob es weitere Hinweise gibt, wofür die Treppe wohl mal da war. Leider können sie nichts entdecken. Eine willkommene Abwechslung ist es trotzdem.

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die verlorene Treppe

Bald darauf erreichen wir den „Kleinen Stern“. In der kleinen Hütte gibt es das versprochene Picknick, und wir warten den Regenschauer ab. Bald darauf geht es jedoch schon weiter, denn wirklich warm ist es an diesem Tag nicht, und wir wollen ja nicht auskühlen. Da passt es gut, dass es weiter bergauf geht. Leider fängt es auch wieder an zu regnen, und wir sind froh, dass wir noch im Wald sind. Die dichten Blätter halten das meiste von uns ab. Und ich bin stolz auf den Mausebär, dass er so tapfer durch den Regen stapft ohne zu meckern.

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mein tapferer Regen-Mausebär

Schnell erreichen wir den höchsten Punkt des Traumpfädchens, die Aussicht am Hochkreuz. Vorher hätte man schon abkürzen können, da sich Hin- und Rückweg bis auf wenige Meter annähern, aber das kommt für uns natürlich nicht in Frage. Die Aussicht am Hochkreuz ist schön, und der Regen lässt langsam nach. Es gibt ein paar Kekse zur Stärkung, aber für ein zweites richtiges Picknick ist es ohne den Schutz eines Daches zu feucht. Den Mausebär stört das zum Glück nicht, denn ab jetzt geht es nur noch bergab. So erreichen wir bald den Waldrand und haben erneut einen schönen Ausblick runter ins Tal.

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Aussicht vom Waldrand

Weiter geht es bergab durch Felder und mit Sonnenschein. Was haben wir ein Glück, dass es nur auf dem Hinweg geregnet hat, als wir durch den dichten Blätterwald gewandert sind. Doch Mausebärs Papa und der große Bruder haben Sorge, dass uns bald der nächste Regen erwischt und treiben uns voran. Und recht haben sie, wir schaffen es bis zum Auto, ohne noch einmal nass zu werden. Aber auch ohne noch einmal Pause zu machen auf einer der zahlreichen Bänke/Waldliegen. Das ist zwar irgendwie schade und für den Mausebär auch recht anstrengend, aber an diesem unbeständigen Tag sicherlich die richtige Entscheidung.

Mein Fazit von unserem ersten Traumpfädchen: Wir hatten hohe Erwartungen, sehr hohe Erwartungen. Wir sind große Fans der Traumpfade und schon viele von diesen gewandert. Und das haben wir irgendwie auch als Messlatte in unserer Vorstellung gehabt. So ganz erfüllt wurden die hohen Erwartungen ehrlicherweise nicht. Die Wege – gerade die im Wald – sind eher „Waldautobahnen“ als schmale Pfade, wie wir sie lieben. Die Wegführung ist beim „Kleinen Stern“ außerdem leider recht gradlinig. Soll heißen, es ist keine große Runde. Hin- und Rückweg befinden sich nur wenige Meter voneinander entfernt. Das finde ich irgendwie schade. Es fehlen ein bißchen die Überraschungsmomente, wie wir sie bei den Traumpfaden schon oft erlebt haben.
Auf dem zweiten Abschnitt, der über einen schmalen Feldweg ging, lagen reihenweise Hundehaufen. Da können zwar die Erbauer des Traumpfädchens nichts für, aber es hinterlässt bei mir trotzdem einen faden Beigeschmack. Liebe Hundebesitzer, entsorgt die Haufen eurer Vierbeiner doch bitte. Egal, wo sie gerade ihr Geschäft verrichten!

Genug der Kritik. Nach wie vor finde ich die Idee der Traumpfädchen fantastisch, besonders für Zielgruppen, die die „großen“ Traumpfade nicht schaffen. Und wir werden sicher noch mehrere von ihnen gehen. Das hohe Besucheraufkommen gibt den Machern ebenfalls recht (auch wenn ich eher die Einsamkeit beim Wandern bevorzuge).

An Feinheiten kann aber bestimmt noch geschliffen werden: Bei unserem Traumpfädchen gab es keine (ausgeschilderte) Gastronomie in der Nähe. Außerdem lohnt eine weitere Anfahrt (wir fahren ca. 1,5 Stunden) für ein Traumpfädchen nicht so hundertprozentig. Vielleicht können die Macher noch Tipps oder Anregungen für ein Anschlussprogramm geben!? Wir waren zum Beispiel noch essen in Andernach und am Rhein. Ein Hinweis auf den Geysir und die Besichtigungsmöglichkeiten wäre vielleicht etwas. Und da gibt es sicher noch mehr.

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abschließender Besuch am Rhein

 

 

 

20 Gedanken zu “Traumpfädchen „Kleiner Stern“

  1. Liebe Natalie

    Das ist so schön, ich war mit meinem kleinen auch oft draussen unterwegs, dass liebte er, jetzt ist er älter und geht oft alleine mit Freunden raus! ;oD

    Aber wir machen auch sehr gerne Ausflüge in die Natur mit der ganzen Familie!

    Danke Dir für den tollen Bericht, wirklich sehr schön!

    Hab einen schönen Tag!

    xoxo
    Jacqueline

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  2. Hallo Natalie,
    traumhaft schöne Bilder von eurem Traumpfädchen. Deine Verärgerung kann ich nachempfinden: Massenwanderungen und dann noch Hinterlassenschaften jeglicher Art gehen gar nicht. Schade, dass das Übernehmen von Verantwortung außerhalb des Wandertrends liegt 😉 Umso schöner, dass Ihr so viel Verantwortung übernehmt und mit eurem Mausebär so viel auf Achse seid in der Natur und an der frischen Luft. Da können sich viele Eltern eine Scheibe von abschneiden, die ihr Kind hinter der Mattscheibe dauerparken…
    Bin schon gespannt auf eure nächsten Abenteuer 🙂
    Ganz liebe Grüße,
    Mona

    Gefällt 1 Person

  3. Ja, ich bin mal gespannt, wie/ob der Mausebär auch mit Freunden wandern gehen wird, wenn er größer ist. Erstmal möchte ich mit ihm die Alpen überqueren, wenn er groß genug dafür ist. 🙂

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  4. Vielen Dank, liebe Mona. Ich bin auch gespannt, wie unsere nächsten Abenteuer werden. Ende September geht es erstmal für 5 Tage auf einen Bauernhof in die Eifel. 🙂

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  5. Schöne Bilder von eurem Traumpfädchen und schön dass du das gemeinsam mit deinem Mausebärchen gemacht hast. Ich liebe es auch mit meinen Kindern draußen in der Natur zu sein. SO sollte Kindheit nämlich sein… draußen und die Natur entdecken.

    Liebste Grüße
    Verena

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